Kehl plant den coup: ex-bvb-boss soll bei diesem klub einsteigen
Sebastian Kehl ist noch keine 48 Stunden raus aus Dortmund – schon kursiert der nächste Job. Die Rede ist von Union Berlin. Dort sucht man seit der Trennung von Marco Grote einen Sportvorstand, der die Ruhe bewahrt, wenn die Alte Försterei wieder brüllt.
Warum ausgerechnet die eisernen auf kehl setzen
Kehl galt beim BVB als Strippenzieher hinter der Kulisse, der Transfer-Etappengeist, der Malen, Adeyemi und Schlotterbeck an die Ruhr lotschte. Genau diese Mischung aus Netzwerk und kühlem Kalkül fehlt Union nach dem wilden Rutsch auf Platz 15. Intern heißt es, Finanzchef Dirk Zingler habe Kehl schon vor Wochen in einem Berliner Hotel getroffen – ohne dass die Dortmunder Führung das wusste.
Die beiden kennen sich aus gemeinsamen Ligakonferenzen. Zingler schätzt Kehls Fähigkeit, talentierte Leistungsträger zu günstigen Konditionen zu binden. Union braucht genau das: Spieler, die sich in der Anspruchsliga bewähren, aber nicht die Gehaltsstruktur sprengen. Ein Mann, der Reus und Hummels verabschiedete, soll nun Gosens und Kaufmann verkaufen – und dafür die nächsten Hidden Champions aus dem Ausland holen.

Was kehl erwartet – und was er verlangt
Die Nachfolge bei Union ist kein Sabbatticket. Die Fans fordern sofortige Stabilität, der Aufsichtsrat will die 50-Millionen-Blase aus der Abstiegsjausen-Talkrunde wieder aufpumpen. Kehl soll vollmachtbefugter Sportvorstand werden, mit Transfer-Kompetenz und Sitz im Vorstand. Eine Position, die es in Dortmund nicht gab – dort musste er sich mit Hans-Joachim Watzke und Carsten Cramer rumschlagen.
Die Verhandlungen laufen. Kehls Berater Dirk Hebel soll ein 3-Jahres-Konzept präsentiert haben, inklusive Nachwuchszentrum und Scouting-App, die Union auf Benfica-Niveau heben soll. Laut Insidern fordert Kehl eine Signings-Budget von 25 Millionen Euro pro Jahr plus Nachschuss bei Überverkäufen. Für Union eine Hausnummer, die bisher nur in der Europa-League-Saison fällig war.
Die Entscheidung fällt vor dem 31. Mai, wenn die Planungen für die neue Saison finalisiert werden. Sollte Kehl zusagen, wäre er bereits beim Testspiel in Kärnten mit an Bord. Dann würde der Mann, der den BVB zur meisten Umsatz-CL führte, plötzlich in Köpenick die rote Laterne abschleppen. Ein Spagat, der ihm schmecken könnte – schließlich ist Berlin bekannt dafür, alte Ikonen neu zu erfinden.
