Quevedo: vom us-star zur spanischen hoffnung bei roland garros
Kaitlin Quevedo, die junge US-amerikanisch-kanarische Tennisspielerin, hat sich in Paris einen Namen gemacht. Nach drei Jahren für Spanien kämpft sie sich bei den French Open in die zweite Runde und offenbart im Gespräch mit MARCA ihre Träume, ihre Vorbilder und ihre ungewöhnlichen Rituale.
Die begegnung mit einer legende: venus williams
Für Quevedo ist Serena Williams seit Kindheitstagen ihre größte Inspiration. Doch die Begegnung mit Venus Williams in Madrid war ein ganz besonderes Erlebnis. „Sie ist eine Legende“, schwärmt Quevedo. „Es war schon einschüchternd, gegen sie zu spielen, weil sie so groß ist.“ Die Foto, auf dem Quevedo neben Venus Williams deutlich kleiner wirkt, ging schnell um die Welt. „Ich habe mich danach gefreut, das Foto zu sehen. Sie hat mich um zwei Köpfe überragt!“
Die Reise von Quevedo begann beim Miami Open, wo sie als Kind mit ihrer Familie um Autogramme bettelte. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr die Begegnung mit Carla Suárez. „Das war für mich der aufregendste Moment.“

Ein ungewöhnlicher weg: nationalität und team
Quevedo wechselte vor drei Jahren zum spanischen Nationalteam. Interessanterweise sind vier der fünf besten spanischen Spielerinnen im Ausland geboren. „Das ist ja spannend“, kommentiert sie diese Tatsache. Auch die Nationalisierung von Oksana Selekhmeteva im TEC Barcelona war ihr bereits bekannt. „Ich wusste, dass sie sich für eine spanische Staatsbürgerschaft interessiert.“
Ihr Traum? „So weit wie möglich kommen: Ein Grand-Slam-Titel, die Nummer eins der Welt. Roland Garros ist mein Lieblingsturnier, und es wäre etwas ganz Besonderes, es zu gewinnen.“ Quevedo glaubt an sich und ihre Fähigkeiten. „Man muss daran glauben, sonst ist es ja sinnlos.“
Die junge Spielerin ist superstitionsanfällig, vermeidet es aber, die Setzliste anzusehen. Stattdessen lässt sie sich die Gegner Runde für Runde namentlich mitteilen. „Ich mag es, wenn alles nach Routine abläuft: Das gleiche Frühstück, das gleiche Mittagessen…“ Ein grüner Armreif begleitet sie bei jedem Spiel. Er trägt die Aufschrift 'Never stop moving, Project Alpha' und ist Teil eines Projekts, das ihr Trainer unterstützt – einer Stiftung für Kinder mit seltenen Krankheiten.
Die Farben Spaniens stehen Quevedo sichtlich gut. „Ich habe Fotos gesehen und gedacht: 'Wie gut mich die Farben doch stehen!'“ Das Gefühl, die spanische Hymne zu hören, empfindet sie als „sehr emotional“, besonders nach dem Sieg im Billie Jean King Cup in Slowenien.
In Paris wohnt Quevedo in einem Airbnb, das sie immer wieder verlängert. „Es ist ein gutes Problem, wenn wir etwas Neues suchen müssen.“ Neben dem Tennis findet sie auch Zeit, die Stadt zu erkunden. „Ich wollte unbedingt die Tour Eiffel sehen. Ich war schon vor zwei Tagen dort und habe Fotos gemacht.“
Die spanische Küche ist ein weiterer Pluspunkt. „Ich bin sehr diszipliniert, aber am Sonntag gönne ich mir dann meine Lieblingsspeisen meiner Großmutter aus den Kanaren: Croquetas, Kartoffelpüree, Lammkotelett…“ Ihr Vater, der in Valencia lebt, sorgt für Paella.
Sport liegt in der Familie. Ihr Onkel Carlos war ein professioneller Golfer, ihr Vater spielte College-Golf in den USA und ihr Großvater spielte Tennis. „Ich habe auch Golf und Ballett gemacht, aber das Tennis hat mir am meisten Spaß gemacht.“
Quevedo hat bewiesen, dass sie nicht nur talentiert, sondern auch zielstrebig und voller Leidenschaft ist. Ihre Reise ist noch lange nicht zu Ende, und die Welt des Tennis kann gespannt sein, was diese junge Athletin noch alles erreichen wird. Die Zukunft gehört Kaitlin Quevedo – das ist man als Beobachter schuldig.
