Pytlick-poker: wechsel zu den füchsen schon im sommer?
Die Handball-Szene steht Kopf: Kann Simon Pytlick schon bald in der Hauptstadt spielen? Der dänische Superstar, dessen Abgang von der SG Flensburg-Handewitt seit Dezember feststeht, könnte bereits diesen Sommer zu den Füchsen Berlin wechseln – obwohl ein Transfer erst 2027 offiziell geplant war. Die Frage nach dem „Wann?“ beschäftigt nun die Fans und Verantwortlichen beider Vereine.
Vranjes’ klare ansage: „der fall ist zu“
Ljubomir Vranjes, der sportliche Leiter der SG Flensburg-Handewitt, schien die Spekulationen um einen vorzeitigen Wechsel des 26-Jährigen bereits im Topspiel gegen die Füchse am vergangenen Sonntag im Keim zu ersticken. In einer kurzen Dyn-Übertragung erklärte er: „Wir haben gar nichts gehört von Berlin. Es gibt kein Angebot, das wir akzeptiert haben. Wir haben alles abgesagt, eigentlich ist der Fall zu.“ Seine Worte wirkten wie ein Schlusspunkt – zumindest für den Moment.
750.000 Euro: So viel Ablöse müsste Berlin für Pytlick an Flensburg zahlen, sollte der Wechsel über die Ausstiegsklausel im Vertrag realisiert werden. Ein beträchtlicher Betrag, der die Attraktivität eines vorzeitigen Transfers für Flensburg zusätzlich mindert.
Die Füchse Berlin suchen händeringend nach einer Alternative im Rückraum, nachdem Lasse Andersson, Pytlicks Weltmeister-Kollege, wie geplant nach Dänemark zurückgekehrt ist – trotz des Abstiegs seines neuen Klubs HØJ Håndbold in die zweite dänische Liga. Nicolej Krickau, der Trainer der Füchse, bestätigte gegenüber handball-world, dass die Verhandlungen derzeit ruhen, betonte aber auch die Dringlichkeit: „Wir wissen, dass unsere Saison am 19. Juli mit unserer Vorbereitung anfängt. Wir wollen natürlich früher eine Lösung haben.“
Die sportliche Perspektive in Berlin wäre für Pytlick zweifellos reizvoll. Die Füchse hatten die SG Flensburg-Handewitt im Kampf um die Champions-League-Qualifikation ausgestochen, während Flensburg im Saisonendspurt patzte und nun erneut in der European League antreten muss. Doch die Verantwortlichen in Flensburg scheinen entschlossen, ihren Superstar bis 2030 zu halten.
Doch der Handball-Sommer ist lang, und die Dynamik kann sich schnell ändern. Es bleibt spannend, ob Pytlick doch noch früher in die Hauptstadt weicht oder ob Vranjes’ Ansage tatsächlich endgültig ist. Vieles hängt davon ab, wie sich die Suche der Füchse nach einem Rückraumspieler entwickelt und ob Flensburg bereit ist, über seine ursprüngliche Position nachzudenken. Die nächsten Wochen werden entscheidend sein.

Ein poker um den preis des erfolgs
Die Situation zeigt deutlich, wie wertvoll ein Spieler wie Simon Pytlick für einen Handball-Klub sein kann – und wie hart die Verhandlungen um ihn werden können. Der Wechsel ist nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch der sportlichen Perspektiven und der strategischen Ausrichtung beider Vereine. Es ist ein Poker um den Preis des Erfolgs.
