Puerta fliegt nach miami – davidovich fokina verliert coach und match binnen 24 stunden

Ein einziger Satz per WhatsApp und die Karriere von Alejandro Davidovich Fokina steht Kopf. „Ich mach‘ Schluss, ich flieg nach Miami.“ So lautete die Nachricht, die sein Trainer Mariano Puerta kurz vor dem Zweitrundenmatch der French Open verschickte. Wenig später verlor der Spanier auch noch 6:4, 6:7, 1:6, 3:6 gegen Thiago Agustín Tirante – das erste Mal seit Roland Garros 2020, dass er bereits in Runde zwei die Koffer packt.

Von der box bis zur abreise: nur sieben stunden

Am Mittag des Vortags saß Puerta noch kreidebleich, aber anwesend, in der Spielerbox, als Davidovich Fokina gegen Damir Dzumhur in fünf Sätzen rang. „Wir haben sehr viel kommuniziert, alles wirkte normal“, erinnert sich der 26-Jährige. Dann das Hotel, das Mittagessen, das seltsame „Mir ist nicht gut“. Spurlos verschwand der frühere Finalist von 2005 – und hinterließ ein Team, das nicht einmal wusste, ob noch jemand die Tennistaschen tragen soll.

„Er hat niemandem Bescheid gesagt, nicht dem Physio, nicht dem Manager, niemandem“, sagt Davidovich Fokina. „Ich bin nicht einmal böse, ich bin enttäuscht. Als Mensch hat er versagt.“ Die Entscheidung sei nicht emotional, sondern wohl überlegt gewesen: Puerta buchte direkt den Nonstop-Flug 65AF nach Miami, bevor die Pressekonferenz überhaupt begann.

Das echo in der kabine: „das macht er nicht zum ersten mal“

Das echo in der kabine: „das macht er nicht zum ersten mal“

In der Spielerzone kursierten sofort Stimmen: Puerta habe dieses Manöver schon bei früheren Schützlingen abgezogen. Davidovich Fokina nickte nur müde, als er die Gerüchte bestätigte. „Ich habe recherchiert. Er hat das bei zwei anderen Spielern gemacht – kurzer Text, Flughafen, weg.“ Dass er selbst zur nächsten Zielperson wurde, empfindet er als bittere Lektion. „Mein Fehler war, ihm zu vertrauen.“

Ohne Coach, ohne Spielplan, aber mit der Pflicht, die Saison fortzusetzen, steht der Andalusier vor einem Re-Start. Wer die Bank übernimmt, ist offen. „Ich werde nicht jammern. Ich spiele seit fünf Tagen ohne festen Plan, und ich habe trotzdem Dzumhur besiegt. Das Match gegen Tirante war chaotisch, okay. Aber ich bin noch lange nicht am Ende.“

Am Ende bleibt eine Zahl, die lauter spricht als jedes Statement: 0 – die Anzahl der Worte, die Puerta seinem ehemaligen Schützling nach dem Flug noch persönlich gesagt hat.