Jubel gedämpft: nur zwei stars treffen fans in herzogenaurach
Die Vorfreude auf die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko (11. Juni bis 19. Juli) wird von einem kleinen, aber feinen Fehltritt überschattet: Beim Adidas-HomeGround in Herzogenaurach ließen sich nur David Raum und Leroy Sané Zeit für Autogramme und Selfies mit den wartenden Anhängern. Ein Zeichen von Desinteresse oder taktische Fehlentscheidung?

Frustration bei den fans: stundenlanges warten umsonst
Rund 25 Fans hatten sich bereits am Mittwochnachmittag vor dem Team-Camp versammelt, viele Stunden bei sommerlichen 28 Grad Celsius aushaltend. Als nur Raum und Sané aus der Mannschaft herauskamen, um kurz die Fans zu begrüßen, wich die Hoffnung schnell der Enttäuschung. Viele verließen frustriert den Bereich des Team-Camps – ein Szenario, das die Stimmung vor dem wichtigen Turnier keinesfalls aufbaut.
DFB-Sportdirektor Rudi Völler räumte bei der Pressekonferenz ein: „Es wäre schön gewesen, wenn es ein paar mehr gewesen wären.“ Er versuchte jedoch, die Situation herunterzuspielen und betonte: „Ich glaube, das haben wir doch schon bewiesen in den letzten Wochen und Monaten, dass wir durch Aktionen, vor dem Training, nach dem Training, versuchen, viele Menschen mitzunehmen.“ Die Reaktion der Fans lässt jedoch Zweifel aufkommen, ob diese Bemühungen wirklich ankommen.
Ein Detail, das vielen entging: Gustav (12) aus Leipzig, der sein Trikot mit der Nummer 22 trug, erhielt eine besondere Geste von David Raum. „David hat zu mir gesagt: Wenn schon einer mein Trikot trägt, dann muss ich auch anhalten“, so der junge Fan gegenüber Bild. Ein kleiner Lichtblick inmitten der allgemeinen Enttäuschung.
Völler kündigte an, das Thema intern zu besprechen: „Ich verstehe die Frage, wir werden es weitergeben.“ Die bevorstehende Partie gegen Finnland und die USA werden zeigen, ob sich die Mannschaft der Kritik bewusst ist und ihre Bemühungen um die Gunst der Fans verstärkt. Am kommenden Dienstag veranstaltet der DFB ein öffentliches Training auf dem Campus in Frankfurt, bei dem 800 Fans dabei sein können. Ob dies ausreicht, um die Euphorie vor dem Turnier zu entfachen, bleibt abzuwarten.
Die Wahrheit ist: Die Vorfreude auf eine Weltmeisterschaft basiert nicht nur auf kurzen Interaktionen, sondern auf der Gesamtdarstellung der Mannschaft, auf Leidenschaft und Kampfgeist auf dem Platz. Die Fans erwarten mehr als nur kurzweilige Selfies – sie erwarten eine Mannschaft, die mit Herzblut bei der Sache ist. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob der DFB diese Erwartungen erfüllen kann.
