Prevc fliegt auf rekordkurs, wellinger hält dsv-fahne hoch
Domen Prevc schreibt in Planica Geschichte – und das vor heimischer Kulisse. Der Slowene sichert sich beim Weltcup-Finale seinen 14. Saisonsieg, nur noch ein Sprung trennt ihn vom Rekord seines Bruders Peter. Für die DSV-Adler bleibt Andreas Wellinger die letzte Konstante in einem Winter voller Brüche.
Der tag, an dem prevc fast stolperte
Ein Riesenwackler im ersten Durchgang, dann die Läuterung: 232,5 Meter gehen auf die Anzeigetafel, das Publikum tobt. Prevc atmet durch, lacht, winkt. 471,4 Punkte bedeuten Platz eins, 20 Punkte Vorsprung auf Ren Nikaido, 28 auf Daniel Tschofenig. Die kleine Kristallkugel für den Skiflug-Weltcup ist so gut wie sicher.
Wellinger bleibt cool. 218,5 und 215,5 Meter reichen für Rang acht – nicht spektakulär, aber solide. „Ich nehme mit, was geht“, sagt er. Mehr war an diesem Tag nicht drin. Der Wind spielte verrückt, die Schanzenbedingungen wechselten von Sprung zu Sprung. Trotzdem: Er ist wieder bester Deutscher, wie schon in Vikersund. Ein kleines Stück Stabilität in einer Saison, die für das DSV-Team bislang nur ein Thema kennt: Auf und Ab.

Geiger verpasst anschluss, paschke bleibt hängen
Karl Geiger, früher Skiflug-Weltmeister, landet auf Platz zwölf. 208 Meter im ersten, 224,5 Meter im zweiten Sprung – kein Fehlverhalten, aber auch keine Attacke auf die vorderen Positionen. Pius Paschke taumelt auf Rang 24, Philipp Raimund, der vor einem Jahr noch mit Höhenangst haderte, wird 28. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Nur Wellinger hält die deutsche Fahne oben.
Österreichs Stephan Embacher liefert die Schrecksekunde des Tages. 240 Meter im zweiten Durchgang – Weite des Tages, doch die Landung misslingt. Er kracht auf die Piste, bleibt liegen, steht auf, winkt ab. Erste Diagnose: nichts Gebrochenes. Die Fans atmen auf, die Stimmung kippt kurz, dann tobt das Publikum wieder für Prevc.
Am Samstag folgt das Teamfliegen, am Sonntag das Finale der besten 30. Für Prevc steht der Rekord seines Bruders bevor, für Wellinger die letzte Chance, die Saison mit einem Ausrufezeichen zu beenden. Die Saison endet, aber die Geschichten schreiben sich weiter – und niemand weiß, ob nicht doch noch ein Deutscher dazwischengrätscht.
