Gela allmann überlebte 800-meter-sturz: „ich dachte, jetzt ist schluss“

800 Meter abstürzen, bei vollem Bewusstsein mitzuerleben, wie der eigene Körper zerschellt – und trotzdem überleben. Gela Allmann hat das geschafft. Im Podcast Pizza & Pommes erzählt die 41-jährige Skibergsteigerin erstmals detailliert, wie ein einziger Fehltritt auf einem isländischen Gipfel ihr Leben in eine Spirale aus Schmerz, Operationen und Neuanfang riss.

Der Unfall passierte 2014 während eines Foto-Shootings. Die ehemalige Skimo-Athletin stand auf 1600 Metern Höhe, die Aufnahmen mit Ski am Rücken waren im Kasten. „Ein falscher Schritt, ein weggerutschtes Brett – und dann ging es“, sagt sie. Sekunden später lag sie am Fuß des Berges, mit schwersten Verletzungen, aber hellwach. „Ich habe jede einzelne Aufschlagstelle mitbekommen. Schulter, Knie, Rücken. Und dann: kein Helm. Der Kopf kommt jetzt. Jetzt ist Schluss.“

„Kann es jetzt mal ausgehen?“ – der moment des nahtoderlebens

Die Frage, die ihr durch den Kopf schoss, war keine Bitte um Rettung, sondern ein fast schon sachlicher Wunsch nach Ende. „Ich wollte einfach nur, dass es aufhört“, sagt Allmann. Doch der Sturz endete nicht tödlich. Stattdessen folgte eine Odyssee durch Operationssäle: zwölf Wochen, zwölf Eingriffe. Die Hauptschlagader im Oberschenkel war abgerissen, das Bein drohte zu verbluten oder zu verlieren. Der Nerv war durchtrennt – zwei Jahre lang konnte sie das rechte Bein nicht heben.

Die Reha wurde zu ihrem Vollzeitjob. „Ich war 30, saß im Rollstuhl und dachte: Wenn ich das Bein nicht wieder bewegen kann, kann ich alles vergessen.“ Doch Allmann kämpfte sich zurück – nicht ins alte Leben, sondern in ein neues. Heute ist sie Mutter zweier Kinder, arbeitet als Expertin für die Sportschau und hat sich von der Performance-Orientierung verabschiedet.

Vom kampf gegen den körper zur dankbarkeit

Vom kampf gegen den körper zur dankbarkeit

„Ich bin fast dankbar für den Unfall“, sagt sie. „Er hat mir die Augen geöffnet. Wer sich einmal mit dem eigenen Tod beschäftigt hat, lebt bewusster.“ Ihre Ziele sind keine Bestzeiten mehr, sondern Familienzeit. „Ich will eine gute Mama sein. Und ich will mich nie wieder selbst verlieren.“

Der Podcast ist kein Mitleids-Magnet, sondern ein Plädoyer für Radikal-Ehrlichkeit. Wer sich fragt, wie stark der menschliche Körper wirklich ist – und wie zerbrechlich –, findet in Allmanns Stimme eine Antwort, die nachhallt. Nicht weil sie heldenhaft klingt, sondern weil sie die Wahrheit erzählt: mit allen Brüchen, mit allen Narben.