Preußen-fan zieht var-stecker und wird zur torschluss-figur
Ein einzelner Mann in grüner Sturmhaube hat den Zweitliga-Kracher zwischen Preußen Münster und Hertha BSC gekapert. Er sprang in den Innenraum, riss das Kabel aus dem Monitor – und schon lagen 26 000 Zuschauer und der Referee im Dunkeln.
Felix Bickel wollte nur eine Sekunde lang prüfen, ob Niko Koulis gegen Michaël Cuisance wirklich foult. Doch als er an die Seitenlinie trat, blieb der Bildschirm schwarz. Kein Bild, keine Wiederholung. Die Arena riss ein Banner hoch: „Dem VAR den Stecker ziehen“. Die Aktion war perfekt inszeniert – und erfolgreich.

Die var-assistentin in köln übernimmt
Ohne Monitor muss Bickel auf Katrin Rafalski vertrauen, die 180 Kilometer entfernt im Kölner Keller sitzt. Sie sieht die Szene in Super-Slow-Mo, erkennt das Schienbein-Treffen, meldet: Elfmeter. Bickel teilt der Menge via Lautsprecher mit: „24er trifft klar den Gegner.“ Fabian Reese verwandelt in der vierten Minute der Nachspielzeit – 1:0 für Hertha, die Kabinen sprühen vor Jubel, die Preußen sind fassungslos.
Die Polizei wertet inzwischen Kameras aus, um den Stecker-Zieher zu identifizieren. Der Club droht mit Ausschluss lebenslang. Denn die Aktion war nicht nur dreist, sondern auch effektiv: Ohne Bild hätte Bickel vermutlich weiterspielen lassen, die Hertha wäre ohne Tor in die Pause gegangen.
Der DFB prüft nun, ob künftig Backup-Monitore Pflicht werden – und ob ein Spiel unterbrochen werden darf, wenn der Videobeweis komplett ausfällt. Für Preußen Münster bleibt ein bitterer Beigeschmack: Erst der Rückrunden-Auftakt, dann der Blackout – und am Ende steht eine Heimniederlage, die vielleicht nur durch einen Stecker zustande kam.
