Premier league liefert 172 wm-kicker – und ein neuseeländer rutscht bis in die englische sechstklassigkeit
Die große Zählung ist vorbei: 1.248 Spieler aus 48 Nationen reisen zum bislang längsten und wahrscheinlich verrücktesten Fußball-Planeten-Treffen. Dahinter steckt eine Rangliste, die sofort die Ohren spitzen lässt: die englische Premier League stellt mit 172 Profis die stärkste Fraktion – weit vor der Bundesliga, die 91 Nominierte beisteuert.
Italiens abwesenheit, italiens präsenz
Die Squadra Azzurra bleibt zuhause, das dritte Mal in Folge. Doch die italienische Fußballkultur reist trotzdem mit: 71 Akteure aus Serie A und B tragen fremde Trikots. Ein Paradox, das dem Turnier eine besondere Note verleiht.
Tommy Smith weiß, wovon ich spreche. Der Neuseeländer spielte diese Saison mit Braintree Town – und stieg aus der fünften in die sechste englische Spielklasse ab. Trotzdem fliegt er nach Nordamerika, weil seine All Whites ihn brauchen. Symbolbild für dieses WM-Format: grenzenlos, unberechenbar, irgendwie schön.

Von maldini bis thohir
Die geografische Bandbreite ist absurd. Zwei Curaçao-Legionäre laufen für Miami FC auf, dem USL-Club, den Paolo Maldini mitgestaltet. Der irakische Abwehrchef Merchas Doski feierte gerade mit Persita Tangerang – dem Klub des ehemaligen Inter-Präsidenten Erick Thohir – den Meistertitel in Indonesien.
Die Liste liest sich wie ein globales Who-is-Who der Fußball-Nischen: Malaysia, Thailand, China. Jeder Kontinent ist vertreten, jede Liga, jeder Amateurverein. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: England 206, Spanien 87, Frankreich 83, Deutschland 105 – und dann eben jene 71 italienischen „Gastgeber“ ohne eigenes Team.
Am 12. Juni rollt der Ball. 48 Teams, noch nie war die Welt so groß und gleichzeitig so klein. Die Logistik ist Wahnsinn, die Geschichten dahinter noch viel mehr. Eines steht fest: wer am Ende den Poky hebt, wird nicht nur Weltmeister, sondern Teil einer Legende, die bereits jetzt beginnt – mit Tommy Smith aus der englischen sechsten Liga und 1.247 anderen Nomaden.
