Premier league kocht: city zündelt den tor-dreizünder und lässt arsenal bluten

Ein einziger Treffer fehlt. Ein einziger. Nach dem 2:1 des Manchester City gegen den FC Arsenal am Sonntag trennen beide Klubs nicht nur drei Punkte, sondern auch gerade mal ein Tor im Torverhältnis – 37:36 für die Gunners. Mit noch fünf respektive sechs Spielen bis zum Saisonende droht der englischen Meisterschaft erstmals seit elf Jahren wieder ein Goal-Difference-Drama, das sich in der Nacht zum 23. Mai in blutroten Zahlen auflösen könnte.

Citys spielchen mit dem verschobenen match

Pep Guardiolas Mannen schoben sich mit dem Sieg im Top-Duell an der Etihad nicht nur heran, sie schoben auch ein Spiel nach hinten: Das Nachholmatch gegen Crystal Palace (noch kein Termin, aber Platz 34 steht frei) wird zum Joker. Gewinnt City nur mit einem Tor Unterschied, steht es 38:37 – Gleichstand, aber mit mehr erzielten Treffern. Dann zählt nicht das Direktduelle, sondern die reine Differenz. Arsenal muss also nicht nur punkten, sondern dabei auch noch Tore schaufeln, um die Schere wieder aufzureißen.

Die Zahlen sind so eng, dass selbst ein 4:0-Sieg der Gunners im letzten Spiel reichen könnte – wenn City am Finaltag nur 3:0 gewinnt. Die Margin für Tor-Geiz ist auf null geschrumpft. Jeder Lattenkracher, jener zusätzliche Pass in der Nachspielzeit, kann im Mai über Silber oder Leere entscheiden.

Restprogramm: burnley, everton, champions-league-nebel

Restprogramm: burnley, everton, champions-league-nebel

City wartet mit drei Heim- und drei Auswärtspartien auf: Burnley (A), Everton (A), Brentford (H), Bournemouth (A), Crystal Palace (H, Nachholer), Aston Villa (H). Kein Gegner aus den Top Six, aber die letzten beiden Spiele könnten zur Falle werden, sollte Palace noch um Europa kämpfen und Villa unter Unai Emery die Form der Rückrunde mitnehmen.

Arsenal dagegen spielt dreimal daheim, zweimal draußen: Newcastle (H), Fulham (H), West Ham (A), Burnley (H), Crystal Palace (A). Dazwischen liegt ein zweiter Halbfinal-Kracher der Champions League gegen Bayern München. Mikel Arteta rotierte bereits, doch die Belastung nagt. Ein Muskelbündelriss bei Saliba, ein angeschlagener Martin Ødegaard – der Kader ist nicht so breit wie der von City.

2012 Wiederholt sich – nur mit anderen helden

2012 Wiederholt sich – nur mit anderen helden

Die Premier League hat das Szenario einmal gespielt: 2012. Manchester City und Manchester United endeten mit 89 Punkten, das Torverhältnis entschied mit 64:56 für die Skyblues. Sergio Agüeros 93.+6 gegen QPR wurde zur Legende. Diesmal fehlt ein solcher finaler Showdown, dafür droht ein Wochenlang-Akribie-Wettbewerb, bei dem schon ein Gegentor in der 90. Minute gegen Bournemouth die Meisterschaft kippen kann.

Die Buchmacher shorten Citys Titelquote auf 1,45, Arsenal liegt bei 2,90. Die Märkte glauben an die Erfahrung, an die Maschine Guardiola. Doch die Maschine darf nicht rattern, sie muss Tore produzieren – und zwar mindestens ein Tor mehr als Arsenal in den letzten 540 oder 630 Minuten.

Die Premier League ist nicht länger ein Marathon, sie ist ein 100-Meter-Finale auf Rasen, bei dem die Ziellinie mit Millimetern gemessen wird. Am Ende zählt nicht, wer zuerst traf, sondern wer zuletzt traf – und wie viel dabei heraussprang.