Posch schlägt ein tor, mainz schlägt ein kapitel auf

Mainz schreibt Geschichte – und das in einem Sturm. Stefan Posch köpft Sekunde eins der zweiten Hälfte den Bann, Armindo Sieb stampft acht Minuten vor Schluss das europäische Achtelfinal-Märchen der Tschechen ab. Erstmals steht der 1. FSV Mainz 05 im Viertelfinale eines Europapokal-Wettbewerbs, und die Mewa-Arena kocht noch nach Mitternacht.

Der plan von bo henriksen ging auf, weil er keinen brauchte

Der Trainer hatte gesagt: „Wir wissen, dass sie tief stehen.“ Also spielte sein Team die Geduld herunter, bis Olmütz selbst die Löcher aufriss. Die erste Hälfte war ein Schachbrett, 45 Minuten lang prüfte Philipp Mwene die Abstände mit dem Ball an der Sohle, während Sigma hinten jeden Quadratmeter doppelte. Die Null stand, aber die Beine wurden schwerer – ein Klassiker.

Die Pause war kaum vorbei, da flog Nebels Flanke schon. Posch, Innenverteidiger mit Torjäger-Instinkt, stieg auf Höhe des Elfmeterpunkts und nagelte die Kugel mit eingezogenem Kinn ins lange Eck. 46. Minute, 1:0, Mainz. Die Arena explodiert, die Taktik-App der Gäste schmilzt. Von da an war es kein Fußball mehr, sondern ein Laufband: Mainz lief, Olmütz tappte.

Rote karte und grünes licht für den traum

Rote karte und grünes licht für den traum

Peter Barath riss Tietz im Strafraum zu Boden, sah Gelb-Rot, und Nebel zimmerte den Freistoß an die Latte. Die Stimmung war längst auf Siedetemperatur, als Sieb – erst zehn Minuten auf dem Platz – einen Querpass von Da Costa mit dem ersten Kontakt ins Netz setzte. 2:0, Entscheidung, Erlösung.

Die Zahl, die bleibt: 19 300 Zuschauer, Rekord für ein europäisches Heimspiel in Mainz. Die Frage, die bleibt: Wie weit reicht dieser Schwung? Am 9. April kommt Racing Straßburg oder NHK Rijeka, und Leipzig, Final-Ort, rückt ein Stück näher. Danny da Costa formulierte es so: „Wir träumen laut, aber wir arbeiten leise.“ Die Arbeit hat gerade ein neues Kapitel bekommen – geschrieben mit einem Kopfball und einem Joker-Tor.