Portorož zündet den countdown: ski-weltcup 2026/27 steht, italiens männer bekommen sieben heimspiele

Die Delegierten in Portorož haben durchgewunken – und was auf dem Papier lag, hat jetzt reale Sprengkraft: 43 Rennen für die Speed-Herren, nur 40 für die Technik-Damen, dazu ein WM-Feuerwerk in Crans-Montana vom 1. bis 14. Februar 2027. Der finale Segen folgt in Belgrad am 10./11. Juni, doch die Marschroute steht. Los geht’s wie eh und je auf dem Rettenbachferner in Sölden, 24. und 25. Oktober.

Herren-kalender: 21 orte, 43 rennen – italien dominiert den dezember

Die FIS-Planer haben dem Copper Mountain Ende November ein Super-G und ein Riesenslalom zugewiesen, ehe die Karawane nach Beaver Creek weiterzieht – zwei Abfahrten, ein Super-G, ein Riesenslalom, alles binnen vier Tagen. Dann Europa, und da wird es laut: Val Gardena (18./19. Dezember) liefert Speed, Alta Badia (20./21. Dezember) Technik, Madonna di Campiglio verschärft am 23. Dezember unter Flutlicht die Klingen, Bormio beschließt das Weihnachtsprogramm mit klassischer Abfahrt und Super-G. Sieben italienische Stationen insgesamt – Rekordwert seit der Saison 2009/10.

Die Rückrunde führt über Kranjska Gora, Adelboden, Wengen, Kitzbühel und Schladming nach Chamonix. Letztes Rennen vor der WM-Pause: Nachtslalom im Mont-Blanc-Griff, 31. Januar. Nach Crans-Montana folgt ein Doppelpack in Garmisch und Saalbach, ehe Sun Valley in Idaho die Finaltore öffnet – erstmalig seit 1997 wieder auf US-Boden.

Damen-plan: 40 starts, drei lücken – cortina und kronplatz sind fix

Damen-plan: 40 starts, drei lücken – cortina und kronplatz sind fix

Bei den Frauen fehlen noch drei Termine, doch die Großbaustellen stehen: Killington Ende November, Mont Tremblant Anfang Dezember und Beaver Creek mit dem Speed-Triple vom 11. bis 13. Dezember. Sankt Moritz liefert zwei Super-G und einen Riesenslalom, Gosau in den Dachstein-Alpen debütiert überhaupt im Weltcup. Flachau verdoppelt: Slalom unter Flutlicht plus Riesenslalom.

Italien bleibt spärlich bedacht: Cortina (15.-17. Januar) bekommt zwei Abfahrten und ein Super-G, Plan de Corones am 19. Januar den Riesenslalom – mehr nicht. Die technischen Hotspots Jasna und Kranjska Gora bilden das Sprungbrett zur WM, danach geht’s über Lenzerheide, Garmisch, Soldeu und Narvik – der erste Weltcup in Norwegens Arktis und Probelauf für die WM 2029 – zurück nach Sun Valley.

Die machtfrage: warum die männer mehr kriegen

Die machtfrage: warum die männer mehr kriegen

43 gegen 40 Rennen – die Diskriminierung der Damen ist kein Versehen. Die TV-Rechte für die Speed-Herren spucken mehr Geld aus, die Organisatoren buhlen mit höheren Startgeldern. Hinzu kommt: Die Frauen haben in den letzten Saisons öfter unter Wetterchaos gelitten, Termine fielen flach. Die FIS reagiert mit mehr Puffern im Kalender, kürzt aber gleichzeitig die Rennzahl. Ein Teufelskreis.

Loic Meillard, Fraktionschef der Skifahrer-Gewerkschaft, hat schon gedroht: „Wenn wir weiterhin zweitklassig behandelt werden, sehen wir uns auf dem Rasen.“ Die nächste Woche in Belgrad wird zeigen, ob die Revolte reicht oder ob die Geschlechterkluft noch größer wird.

Fazit: Das Ski-Kino 2026/27 verspricht spektakuläre Bilder, aber auch alte Makel. Wer die Tabelle zählt, stellt fest: Die Männer fahren mehr, die Frauen müssen mehr – bei weniger Einsatzzeit. Portorož hat den Startschuss gegeben, doch der echte Kampf steht noch aus.