Porto zahlt zehn millionen für einen schüler – und stuttgart darf sich freuen
Oskar Pietuszewski zog Nicolas Otamendi am Samstag mit einer einzigen Hüfte aus der Zeit. 38 Jahre, Weltmeister, 60 Meter Tempodüse – und plötzlich saß der Argentinier auf dem Hosenboden, während der 17-jährige Pole zum 2:0 traf. Drei Tage später steht fest: Der VfB Stuttgart muss sich in der Europa-League-K.o.-Runde nicht mit diesem Kurzzeit-Torjäger herumschlagen. Porto verzichtete darauf, ihn für das Achtelfinale nachzumelden.
Warum porto den neuen superstar links liegen lässt
Der Klub darf laut UEFA-Reglement nur drei seiner vier Winterzugänge für die K.o.-Phase anmelden. Die Wahl fiel auf Deniz Undav, Nehuén Pérez und Rodrigo Mora. Pietuszewski bleibt draußen – ein Luxusproblem, das selbst die Verantwortlichen überrascht. „Wir haben mit der Geschwindigkeit seiner Entwicklung gerechnet, aber nicht mit dem Ausmaß“, sagte Sportdirektor André Villas-Boas am Montagabend in der Catena-Porto-Holding.
Die Zahlen sprechen trotzdem für sich: In der Liga traf er nach 13 Sekunden gegen Arouca, in der U-21-EM-Quali lieferte er vier Tore und zwei Vorlagen in sechs Spielen. Polen gewann alle Partien. Die Scouts von Bayern, Dortmund und Leipzig hatten ihre Berichte bereits mit „sofort handeln“ markiert. Doch Porto legte im Januar zehn Millionen Euro auf den Tisch – für einen Spieler, der noch keine 50 Profi-Einsätze vorweisen kann.

Urban blockt, lewandowski wartet
In Warschau will man den Teenager sofort neben Robert Lewandowski sehen. Polens Nationaltrainer Jan Urban blockt ab: „Er ist 17. Das Alter ist kein Argument, aber auch kein Automatismus.“ Urban muss sich für die Play-offs gegen Albanien am 27. März entscheiden. Pietuszewski selbst wirkt gelassen: „Ich muss nichts erzwingen. Wenn die Berufung kommt, kommt sie. Bis dahin helfe ich der U-21, das Turnier zu gewinnen.“
Stattdessen konzentriert er sich auf den Führerschein. „In Polen kenne ich die Straßen besser“, sagt der Flügelflitzer, der von eigenen Fans schon „polnischer Quaresma“ genannt wird. Die Anspielung auf den brillanten Techniker vom Nachbarverein Sporting ist kein Zufall – und ein Fingerzeig, wie schnell sich Mythen bilden, wenn man Weltmeister ins Leere laufen lässt.
Stuttgart kann am 7. und 13. März also ohne Otamendi-Momente planen, dafür aber mit der Gewissheit, dass der 18. Geburtstag des jungen Ausnahmetalents nur noch 67 Tage entfernt ist. Danach darf Porto ihn bis 2029 binden – und die Straßen der Stadt wird er ohnehin kennenlernen, wenn er sie nachts mit Pokalen auf dem Beifahrersitz entlangkurvt.
