Popp zieht nach dortmund: aufstieg oder nichts
Alexandra Popp packt es. Die 34-jährige Angreiferin unterschreibt bis 2029 beim BVB – und nennt schon jetzt den einzigen Maßstab: „Wir wollen hoch, so schnell wie möglich.“ Kein Blatt vor den Mund, kein Blumengesteck, nur klare Kante. Regionalliga West, Platz zwei, 16. Spieltag – das ist die Momentaufnahme. Die Zielsetzung: direkter Durchmarsch in die Bundesliga.

„Kapitänin mit aufbau-gen“
Wolfsburg verabschiedet seine Ikone, Dortmund bekommt eine Garantin. 226 Liga-Spiele, neun Jahre Kapitän, Meister, Pokalsieger – und nun dritte Liga. Popp lacht nicht, sie brennt. „Ich habe alles gesehen, von Busfahrten bis zum Champions-League-Finale. Jetzt will ich das Projekt vorantreiben, nicht nur mit Toren, sondern mit Struktur.“ Ihre Aufgabe: sportliche Leitung plus Handschlag in der Kabine, dazu Blick über den Rasen hinaus.
Der Klub gründete die Frauen-Abteilung erst 2020, stieg jedes Jahr. Amateurstatus, Profi-Anspruch. Manager Ralf Kellermann, Ex-Wolfsburg, holt jetzt das Aushängeschild. „Wir haben keine Zeit für Halbzeiterfolge“, sagt er. „Popp steht für Sieger-Mentalität.“ Die Spielerin selbst sieht sich als „multiplikatorische Stütze“: Professionalisierung der Abläufe, Ausbau der Campus-Infrastruktur, Nachwuchskonzept. „Ich frage: Was fehlt? Wo hakt es? Dann lösen wir das.“
Trainer Markus Högner schwärmt von der „sofortigen Durchsetzungskraft“ seiner neuen Spitze. Faktisch wird Popp in der Winter-Vorberebung eingebaut, voraussichtlich im Top-Sturm neben Youngster Mia Schleef. Die Liga-Meisterschaft entscheidet im Mai die Relegation zur 2. Bundesliga; wer dort oben steht, darf um den Sprung in die erste Liga zocken. Die Dortmunder Punktebilanz: 13 Siege, zwei Remis, eine Niederlage – Torverhältnis 64:9. Die Konkurrenz aus Bochum und Essen schielt ebenfalls nach oben.
Popp schaut auf den Kalender, nicht auf das Prestige. „Ich bin hier, um zu arbeiten, nicht um Autogramme zu verteilen.“ Ihre Familie zieht mit, der Lieblingsverein wird zum Arbeitsplatz. Nach der Europameisterschaft 2025 will sie noch einmal richtig angreifen – mit dem BVB. Fällt der Aufstieg, winken mindestens 42 Millionen Euro Medien- und Marketingeinnahmen, so kalkuliert der Verein. Bleibt die Regionalliga, wäre das Projekt halb leer.
Am 18. Mai endet die Saison, am 19. Mai steht Popp schon wieder auf dem Trainingsplatz. „Ich kenne keinen Stillstand“, sagt sie. Dortmund hat sich eine Kampfmaschine geholt, nicht einen Ehrenvorsitz. Der Aufstieg ist beschlossene Sache – sonst wäre Popp nicht gekommen.
