Popp rast nach dortmund: wolfsburg-star löst bvb-frauen auf

Alexandra Popp zieht es nach 14 Jahren in die 3. Liga – und niemand lacht. Der Wechsel der 34-jährigen Nationalspielerin von Wolfsburg zu Borussia Dortmund ist so irrwitzig, dass er funktioniert. Noch vor dem Anpfiff des BVB-Spiels gegen Augsburg ließ der Verein die Bombe platzen: Popp unterschreibt bis 2029.

Ein herz in schwarz-gelb, ein körper am limit

Popp spricht offen über das Ende. „Ich muss auf meinen Körper hören“, sagt sie, nachdem sie in den letzten beiden Jahren nur noch in Phasen auflief. Die Sprunggelenke knarren, die Adduktoren mahnen. Doch statt in die Wüste zu ziehen, wählt sie den zweiten Abstieg ihrer Karriere – diesmal freiwillig. Der BVB spielt Regionalliga, muss 2025 mindestens die 2. Bundesliga erreichen, will 2027 in der Frauen-Bundesliga stehen. Popp soll der Katalysator sein.

Der Plan ist kühn. Dortmund investiert siebenstellig in neue Spielerinnen, baut ein High-Performance-Zentrum neben dem männlichen Campus und sichert sich für die EURO 2029 – gespielt im 83.000-Zuschauer-Stadion – ein Gesicht. Popp ist Markenbotschafterin, Legende, Notnagel und PR-Gleichzeitig.

Cramer holt sich die ikone – und einen ehemaligen feind

Cramer holt sich die ikone – und einen ehemaligen feind

Carsten Cramer, BVB-Geschäftsführer, schwärmt: „Alex ist eine der prägendsten Figuren im europäischen Frauenfußball.“ Was er verschweigt: Mit Ralf Kellermann sitzt genau der Mann im Vorstand, der Popp 2010 nach Wolfsburg holte und sie zum Weltklassespieler formte. Nun treffen sie wieder aufeinander – diesmal in Schwarz-Gelb. Ein Drehbuch, das kein PR-Agent besser hätte schreiben können.

Die Frage bleibt: Hält Popp der physische Stress? 18 Monate Verjüngungskur in der Regionalliga, dann Bundesliga, dann Länderspielpause, dann Heim-EM. Die Antwort liefert sie selbst: „Ich wollte nicht die Chance verpassen, im BVB-Trikot aufzulaufen.“ Der Rest ist Mathematik der Leidenschaft. Und die Adduktoren? Die kriegen eben ein Update.