Popp fällt gegen lyon aus – wolfsburg verliert vor cl-krach seine seele

Alexandra Popp wird nicht auflaufen. Punkt. Die Wolfsburger Kapitänin zog sich eine Muskelverletzung zu, wie der Klub am Montagmorgen bestätigte – und damit bricht der VfL genau jetzt, wo er gegen Olympique Lyon (24. März/2. April) die Saison auf die Spitze treiben wollte, die Führungssäule weg. Die 34-Jährige flog schon in der 17. Minute beim 1:0 in Hoffenheim vom Platz, heute stand die Diagnose: Muskulatur, mehrere Wochen Pause.

Lerch verliert vor dem viertelfinale seine anführerin

Lerch verliert vor dem viertelfinale seine anführerin

Trainer Stephan Lerch stand vor der Kamera wie ein Boxer, dem der Ringboden entzogen wurde. „Gerade in solchen Spielen ist sie eine Anführerin, sie hat schon oft genug auf dieser Bühne gestanden“, sagte er mit der Stimme eines Mannes, der weiß, dass seine torgefährlichste Waffe fehlt. Popp war in dieser Bundesliga-Saison mit zwölf Toren und 16 Scorerpunkten der eigene Angriff – und nun soll Lineth Beerensteyn die Kapitänsbinde und die Spitze übernehmen. Die Niederländerin lief schon in Hoffenheim vor, doch Lyon ist kein Testspiel.

Der Zeitplan ist brutal. Nach dem Duell mit dem französischen Serienmeister folgt am 5. April das DFB-Pokal-Halbfinale in Jena. Dort ist der VfL klarer Favorit, doch ohne Popp wirkt selbst ein Underdog plötzlich größer. In der Liga dürfte der Schaden überschaubar bleiben – Platz zwei ist weder zu verteidigen noch zu verbessern –, aber die Champions League war das eigentliche Ziel, das große Geld, die große Bühne. Jetzt fehlt die Spielerin, die diesen Klub seit zwölf Jahren trägt und im Sommer ohnehin zum BVB wechselt.

Die Zahlen sind hart: Mit Popp schoss Wolfsburg in der Königsklasse 2,1 Tore pro Spiel, ohne sie sank die Quote auf 1,3. Die Moral mag stimmen, „wir haben schon gezeigt, dass wir es auch ohne Poppi richten können“, sagt Lerch. Doch die Erfahrung, die Präsenz, die Lautstärke – das alles lässt sich nicht durch taktische Aufbauten ersetzen. Lyon wird das wissen. Und es wird nachsetzen.

Für Popp bleibt die Erkenntnis, dass ihr Körper zwei Monate vor der EM-Endrunde eine Warnung schickt. Für Wolfsburg bleibt die Frage, ob eine Saison, die auf Höhenflug begann, ohne ihre Seele noch einmal abheben kann. Die Antwort fällt am 24. März in der Volkswagen-Arena – ohne Alexandra Popp, aber mit dem Druck, trotzdem weiterzuleben.