Polanski an der grenze: drei spiele, um den job zu retten!

Gladbach bangt. Nach dem müden 0:0 in Wolfsburg steht Trainer Eugen Polanski vor dem Aus – und das schon nach knapp sieben Monaten. Während der Coach noch von „nächstem Jahr“ als Trainer träumt, deutet alles auf eine Trennung im Sommer hin. Die Situation ist brisant, die Zeit drängt.

Ein treuebekenntnis mit ablaufdatum

Ein treuebekenntnis mit ablaufdatum

Sport-Boss Rouven Schröder hatte nach dem Spiel in Wolfsburg zwar von einer „Treuebekenntnis“ gesprochen, doch dieser gilt offenbar nur noch für die kommenden drei Ligapartien. Danach wird die Trainerfrage in einer offenen Saisonanalyse neu bewertet. Selbst ein Klassenerhalt, der aktuell alles andere als sicher ist, wird Polanski nicht mehr automatisch die Tür offenhalten.

Das Problem: Polanski ist nicht die Wunschlösung von Schröder gewesen. Der Manager handelte im November unter Zugzwang und beförderte den beliebten Interimscoach zum Chef, um den Druck von Geschäftsführung und Fans abzuwenden. Ein vorzeitiges Ende würde Schröder somit nicht in Bedrängnis bringen – im Gegenteil, er könnte mit einem frischen Start und einem neuen Mann an der Seitenlinie gestärkt aus der Saison gehen.

Doch es gibt weitere Gründe, die Polanskis Position gefährden. Im Verein wird gemunkelt, dass er die Mannschaft nicht mehr vollends überzeugt. Sein Liga-Punkteschnitt von 1,11 ist bestenfalls Durchschnitt und entspricht sogar dem Wert seines Vorgängers Gerardo Seoane. Das Fazit: Polanski hat es bisher verpasst, eine klare Spielidee zu entwickeln und eine konstante Leistung abzurufen.

Auch im Team scheint die Unterstützung nachzulassen. Während die Spieler zwar Polanskis Anweisungen befolgen, gibt es intern immer weniger Profis, die sich öffentlich für ihn einsetzen. Die Personalentscheidungen des Trainers sorgen zudem für Verwirrung. Warum saß Tabakovic nach einer starken Leistung in Heidenheim plötzlich auf der Bank? Warum wurde Mohya in Leipzig unerwartet rausgenommen, während Ullrich in Leipzig plötzlich wieder gesetzt war? Reyna als früher Joker gegen Mainz? Diese Fragen beschäftigen die Spieler und Verantwortlichen gleichermaßen.

Die Entwicklung von Leistungsträgern wie Franck Honorat ist rückläufig, und die Mannschaft ist in hohem Maße von Moritz Nicolas und Haris Tabakovic abhängig. Die Verantwortlichen hoffen zwar noch auf eine erfolgreiche Zukunft mit dem Trainer-Eigengewächs, doch die finanzielle Situation des Vereins macht eine vorzeitige Trennung und die Verpflichtung eines neuen Trainers teuer.

Polanski selbst setzt weiterhin auf die Sommervorbereitung und einen runderneuerten Kader, um seine Ideen umzusetzen. Doch die Wahrheit ist: Ihm bleiben nur noch drei Spiele, um zu zeigen, dass er das Zeug dazu hat. Die Uhr tickt laut.