Pogba trifft wieder: 828 tage später knallt sein linker hammer ins netz

828 Tage hat es gedauert. Dann donnerte Paul Pogba den Ball mit links unter die Latte, stolperte vor Glück und ließ sich von den Monacanern am Spielfeldrand tragen. Das 1:0 im Test gegen Brentford B war nur ein Treffer in einem unbedeutenden Spiel – und trotzdem der lautste Beweis, dass der Franzose noch nicht zum alten Eisen gehört.

Vom weltmeister zum bankdrücker: die zahlen, die ihn einholten

Sein letztes Pflichtspieltor datiert auf den 8. Februar 2022, Lazio-Juve 1-1. Danach folgten vier Operationen, eine vierjährige Sperre wegen Dopings (herabgestuft auf 18 Monate), ein Erpressungsprozess gegen seinen eigenen Bruder und zwölf verkorkste Comeback-Versuche in Turin. Die Statistik ist gnadenlos: 27 Minuten Ligue-1-Einsatzzeit seit seiner Rückkehr, drei Muskelrückfälle, ein Traingingsrückstand von 38 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahme. Monaco zahlte keine Ablöse, nur eine Leistungsprämie von 300.000 Euro, falls er 25 Spiele macht – ein Deal, der sich für den Klub bislang nicht mal im Ansatz rechnet.

Doch die Rechnung ohne Pogbas Ego gemacht. „Ich bin noch nicht fertig“, sagte er nach dem Spiel in die Kameras von Canal+, die Tränen unter den Sonnenbrillengläsern kaum zu verstecken. Die Pogbata – seine markante Jubelpose – ließ er diesmal ausfallen. Stattdessen klatschte er sich dreimal an die Brust, als wollte er sich selbst daran erinnern, dass das Herz noch schlägt.

Was der treffer für adi hütter wirklich bedeutet

Was der treffer für adi hütter wirklich bedeutet

Trainer Pascal Pocognoli plante eigentlich einen Start nach der Länderspielpause, doch die Leistung im Test zwingt ihn um. Marseille am Sonntag? Zu heiß. Paris FC am 19. Mai, mit Ciro Immobile auf dem anderen Feld? Wahrscheinlicher. Die medizinische Abteilung drängt auf Geduld, der Sportdirektor will endlich Geld sehen. Denn Pogbas Gehalt – 2,5 Millionen Euro brutto für 18 Monate – ist in Monaco nicht versichert. Fällt er erneut aus, zahlt der Klub aus der Portokasse.

Die Liga schaut trotzdem hin. Amazon Prime sicherte sich die Rechte an den nächsten Monaco-Heimspielen, soll Pogba von Beginn an stehen, steigt die Einschaltquote um 17 Prozent. Sponsoren wie Beats und Adidas haben Sonderklauseln, die auslösen, wenn er 90 Minuten schafft. Kurz: Ein fitter Pogba ist ein Geschäftsmodell, selbst wenn seine Sprintwerte nur noch 26 km/h statt einst 34 zeigen.

Er selbst redet das klein. „Ich will nur wieder Sonntagsspiele riechen“, sagte er. Die Karriere, das weiß auch er, ist ein Spiel gegen die Uhr. Bei 31 Jahren, mit 180 Länderspieleinsätzen und einem Weltmeistertitel im Gepäck, ist der Ruf schneller verflogen als ein Freistoß von 30 Metern. Doch am Dienstagabend in der Louis-II-Arena war wenigstens dieser eine Moment wieder da: der Moment, in dem der Ball von seinem linken Fuß löst und nicht mehr aufzuhalten ist. Und für 25 Minuten war Paul Pogba nicht der Geldverschlingende Patient, sondern einfach nur Mittelfeldspieler. Das reicht vorerst. Die nächste Stufe folgt in einer Woche – oder nie.