Pogacar überrascht mit solo-sieg – "war nicht der plan!"

Sondrio, Schweiz – Tadej Pogacar hat bei der Tour de Suisse für eine Sensation gesorgt. Der Slowene entschied die erste Etappe überraschend im Alleingang, nachdem er rund 70 Kilometer vor dem Ziel das Rennen seinem Konkurrenten entzog. Ein Coup, der selbst den Weltmeister überraschte.

Ein ausreißer, der sich zum triumph entwickelte

Ein ausreißer, der sich zum triumph entwickelte

Pogacar, der eigentlich auf eine taktische Fahrt mit seinem Team UAE Team Emirates-XRG setzte, griff plötzlich zum Vormarsch. "Das war wirklich nicht der Plan!", gestand er im Siegerinterview. Die Entscheidung, das Rennen zu attackieren, resultierte aus einer spontanen Aktion, nachdem Brandon McNulty und er Bonussekunden erobert hatten. "Let’s go! Lass uns was versuchen", soll Pogacar laut eigenen Angaben zu McNulty gesagt haben. Ein Funkgerätfehler trug zusätzlich zur Verwirrung bei und zwang Pogacar, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

"Mein Funk hat zu der Zeit nicht funktioniert, also wusste ich nicht, was hinten passiert. Also bin ich einfach weiter hart gefahren", erklärte Pogacar und betonte die Wichtigkeit der Unterstützung seiner Teamkollegen, insbesondere von Nils Politt, der das Tempo in den entscheidenden Anstiegen diktierte. Die taktische Flexibilität des Teams zahlte sich aus, als Pogacar einen Vorsprung von über zwei Minuten auf seinen Verfolger Richard Carapaz herausfahren konnte.

Der technisch anspruchsvolle Schlussteil der Etappe bot Pogacar zudem einen entscheidenden Vorteil. "Es war wirklich technisch, also war es gut, dass ich alleine war“, scherzte er. Sein Vorsprung im Gesamtklassement ist nun bereits beträchtlich: 2:22 Minuten vor Carapaz und 2:39 Minuten vor Andrea Bagioli. Der Rest des Feldes folgte mit über vier Minuten Rückstand. Ein klarer Appell an die Konkurrenz, die Pogacar als ernstzunehmenden Titelanwärter bestätigte. Die Tour de Suisse wird somit zu einem weiteren Test für Pogacars Ambitionen, die Lücke im Palmarès zu schließen und seine Dominanz im internationalen Radsport weiter auszubauen. Die Frage ist: Kann jemand seine beeindruckende Form stoppen?