Bayern nimmt berlin die luft weg – nur noch ein sieg bis triple
In der gelbwogenden Glut der Max-Schmeling-Halle ließ Bayern München nichts anbrennen: 91:83 bei Alba Berlin, 2:1 in der Serie, nur noch ein Auswärtssieg trennt die Münchner vom historischen dritten Titel in Folge. Dennis Schröder, Franz Wagner und Finanzminister Lars Klingbeil saßen in der ersten Reihe – und sahen, wie der Favorit das Tempo diktierte.
Pesic hält wort – und team folgt sofort
„Ich kann keinen Sieg garantieren, aber ich garantiere, dass wir besser spielen“, hatte Trainer Svetislav Pesic nach dem Heimdebakel versprochen. Was folgte, war ein Basketball-Lehrstück: harte Verteidigung, ruhige Ballbewegung, Null Nervosität. Die Münchner führten über weite Strecken, Berlin kam nur einmal, kurz vor Schluss des dritten Viertels, vorbei – und schaffte es nicht, dranzubleiben.
Neno Dimitrijevic traf wieder am sichersten (19 Punkte), Jack Kayil antwortete tapfer mit 17 Zählern, doch das reicht nicht gegen Bayerns kollektive Kälte. Die Halle bebte, doch die gelben Wände brachen nicht zusammen – weil die Bayern sie schon in der ersten Halbzeit rissig machten.
Schröder & wagner: weltmeister als zuschauer, nicht als retter
Die beiden Weltmeister wirkten wie Statisten im eigenen Kino. Schröder, in Kapuze tief ins Gesicht gezogen, verfolgte jeden Ball wie einen Freiwurf für die Nationalmannschaft. Wagner, ehemaliger Alba-Star, applaudierte höflich – doch seine Miene verriet, dass er lieber selbst spielen würde. Klingbeil, zwischen ihnen platziert, nutzte die Auszeit, um Selfies mit Fans zu machen. Politik meets Sport meets Promi – Berlin wie es leibt und lebt.
Die Frage bleibt: Warum wirkt Alba plötzlich so ideenlos? Die Antwort liegt in Bayerns Defense. Dort, wo sonst die Lücken klaffen, stand gestern ein Beton. Nur Wenyen Gabriel fand mit einigen Dunks kurz Luft, doch das war ein Aufbäumen, kein Konzept.
Der countdown läuft – freitag droht das aus für berlin
Am Freitag, 20.30 Uhr, droht in der Mercedes-Benz Arena das vorzeitige Ende. Bayern hat den ersten Matchball, Berlin muss gewinnen – oder in die Sommerpause gehen. Für Pesic wäre es der perfekte Abschied: in vier Jahrzehnten deutscher Meistertrainer zu sein, das hat noch niemand geschafft.
Bayern peilt den achten Titel an, Alba den letzten Strohhalm. Wer die Serie heute gesehen hat, weiß: Nur ein Wunder kann Berlin noch retten. Und Wunder gibt es selten in der Max-Schmeling-Halle.
