Pogačar rast über bahnübergang: flandern-sieg mit schmuddelkapitel
Die Rundfahrt durch Flandern endete für Tadej Pogačar nicht nur mit dem dritten Trikot, sondern mit einem Verkehrsdelikt. Das rote Signal an einem Bahnübergang ignorierte der Slowene, weil er die Winker für Demonstranten hielt. Die Rennleitung schwieg, die belgische Presse rechnet: 320 Euro und eventuell ein Fahrverbot stehen im Raum.

Warum pogačar trotzdem straffrei blieb
Die Szene dauerte keine drei Sekunden. Drei Kommissäre sprangen auf die Pflasterung, wedelten mit den Armen, das Feld riss auseinander. Pogačar: „Die Vorwarnzeit war zu kurz, eine Vollbremsung hätte Massensturz bedeutet.“ Recht hat er. Die Logistik von Rennen über 200 km und dutzende Gleise lässt keine perfekte Sperrung zu, Züge verkehren nach Fahrplan, nicht nach Radsport.
Die UCI-Regularien kennen nur eine Eskalationsstufe: Disqualifikation. Doch die wird fast nie ausgesprochen, weil sich sonst jedes Frühjahrsklassiker-Feld auflösen würde. Stattdessen wird nach dem Rennen gebüßt – wenn überhaupt. Die belgische Staatsanwaltschaft könnte ein Verfahren eröffnen, doch dafür müsste ein Beamter die Nummernschilder der Räder notieren. Die hat keiner.
Also bleibt nur der Etikettenschwindel. Pogačar musste 500 Schweizer Franken zahlen, weil er eine Energieriegel-Hülle außerhalb der Werfezone entsorgte. 542 Euro für den bestbezahlten Profi der Welt – das entspricht einem Cent für einen Normalverdiener. Die Ironie: Der Bußgeldbescheid kam per E-Mail, bevor er überhaupt duschen konnte.
Die Konkurrenz schweigt. Remco Evenepoel, ebenfalls durchs rote Licht, wollte den Vorfall nicht kommentieren. Die Teams fürchten, dass ein Präzedenzfall die Rennen lahmlegen könnte. Denn wenn jeder Fahrer an Bahnübergängen warten muss, gibt es kein Rennen mehr, sondern einen geschlossenen Zug von 150 Radfahrern mit Schranken im Minutentakt.
Für Pogačar bleibt der Sieg, die Trophäe und die Schärpe. Und ein kleines Schmuddelkapitel, das in der Statistik unter „Sonstiges“ landet. Die nächste Frühjahrsklassiker-Saison beginnt in elf Monaten. Bis dahin steht an jeder Schranke ein rotes Licht – und ein Stapel ungenutzter Bußgeldbescheide.
