Playoff-ermüdung: wer hält den belastungsdruck aus?

Die Playoffs der National League stehen vor dem entscheidenden Schlagabtausch, und eine Frage beschäftigt Experten und Fans gleichermaßen: Wie hausten sich die Spieler durch diese anstrengende Phase? Die Eiszeitverteilung wird zum entscheidenden Faktor, denn die Strapazen der Regular Season zeigen ihre Wirkung. Besonders bei jenen Akteuren, die dort regelmäßig am Limit operierten, könnte nun die Puste zu fehlen beginnen.

Die zahlen lügen nicht: ein vergleich der top-spieler

Die zahlen lügen nicht: ein vergleich der top-spieler

Ein Blick auf die Gesamt-Eiszeiten der Regular Season offenbart deutliche Unterschiede. Beim HC Davos führen Lukas Frick, Klas Dahlbeck und Michael Fora das Feld an, jeder mit über 800 Minuten – ein Beweis für ihre zentrale Rolle in der Defensive. Frick stach sogar als einziger Spieler im Kader mit einem Durchschnitt von mehr als 20 Minuten pro Spiel heraus. Doch im Vergleich dazu offenbart die Analyse der Playoff-Eiszeiten ein neues Bild.

Beim HC Fribourg-Gotteron dominiert Michael Kapla mit über 21 Minuten pro Spiel, gefolgt von Jacob de la Rose und Patrik Nemeth. Die Saanestädter setzen auf eine breite Basis mit gleich zehn Spielern, die im Schnitt mehr als 18 Minuten Eiszeit verbringen – ein Zeichen für die Rotationsstrategie von Trainer Rönnberg.

Ein interessanter Punkt: Die Tatsache, dass im Final beide Teams häufig auf vier Linien setzen, könnte entscheidend sein. Dies ermöglicht es, die Spieler zu schonen und in entscheidenden Momenten frisch auf das Eis zu bringen. Doch auch hier gilt: Wer in der Regular Season und den frühen Playoff-Spielen besonders viel Kraft investiert hat, könnte nun zu kämpfen haben.

Besonders auffällig ist der Fall von Matej Stransky beim HC Davos. Der tschechische Stürmer kommt in den Playoffs bisher nur auf unter 17 Minuten Eiszeit pro Spiel. Im Gegensatz dazu profitiert Tino Kessler, der Schweizer Stürmer des HCD, von der Situation und wird immer wieder eingesetzt. Die Verlängerungen im dritten Finalspiel haben die Statistiken zusätzlich verfälscht und gezeigt, wie wichtig es ist, in der Crunchtime die richtigen Spieler auf dem Eis zu haben.

Die Augen sind nun auf Michael Kapla gerichtet. Der Verteidiger von Fribourg-Gotteron ist ein echter Arbeitstier, der über die gesamte Saison hinweg konstant Leistung erbringt. Ob er seine Form halten kann, wird entscheidend für den Ausgang der Serie sein. Julien Sprungers Leistung im dritten Finalspiel, wo er in einem Zweikampf mit Stransky die Oberhand behielt und den entscheidenden Treffer erzielte, verdeutlicht, wie wichtig Agilität und Frische in diesen entscheidenden Momenten sind.

Die Situation zeigt, dass die Coaches der beiden Teams die Eiszeiten weiterhin genau im Auge behalten werden und versuchen, das richtige Maß zwischen Belastung und Schonung zu finden. Denn am Ende zählt nur eines: Wer die Nerven behält und die Energie für die entscheidenden Momente aufspart.

Die Uhr tickt. Die nächsten Spiele werden zeigen, wer den Belastungsdruck am besten verkraftet und den Stanley Cup der National League in die Höhe stemmen kann.