Planica-debakel: prevc feiert heim-triumph, dsv-adler ohne chance
Der slowenische Phänomen Domen Prevc hat sich beim Saison-Finale in Planica erneut die Krone aufgesetzt – und die deutschen Skiflieger stehen mit leeren Händen da. Beim Heimspiel auf der Mammut-Schanze fehlte selbst der Anschluss zur Spitze.
Prevc fliegt, deutschland schaut zu
232,5 Meter im ersten Durchgang, 230,5 Meter im zweiten – Zahlen, die klingen wie aus einem Lehrbuch. Prevc ließ Japaner Ren Nikaido und Österreicher Daniel Tschofenig stehen, sammelte weitere 100 Weltcup-Punkte und bügelt seine ohnehin schon legendäre Saison glatt. Olympisches Doppel, Vierschanzentournee, Gesamtweltcup, Skiflug-Weltmeister – die Liste liest sich länger als die Einkaufsliste vor Weihnachten.
Andreas Wellinger, einst Olympiasieger, nun Achter. 218,5 und 215,5 Meter – keine schlechten Sprünge, aber weit weg von der Konkurrenz, die zählt. „Wir haben den Anschluss verpasst“, sagte er nach dem Rennen, ohne die Stimme zu heben. Bundestrainer Stefan Horngacher, der nach dem Wochenende die Koffer packt, bekam von seinem Schützling kein Abschiedsgeschenk.

Embachers flug endet im schrecken
Ein Moment, der die Zuschauer erstarren ließ: Österreichs Stephan Embacher segelte 240 Meter weit, verlor nach der Landung die Skier und rutschte wie ein Stein über den Hang. 20 Jahre alt, 240 Meter weit – und dann erst mal die Welt unter sich. Er kam auf die Beine, winkte ab, verließ den Outrun. Die Schanzenärzte attestierten ein Schocktrauma, mehr nicht. Die Bilder gingen um den Globus.
Karl Geiger wurde Zwölfter, Pius Paschke 24., Olympiasieger Philipp Raimund 28. Letzterer hatte seinen eigenen Kampf: „Ich wollte nur runterkommen, ohne mich zu verlieren“, sagte er im ZDF. Vor zwölf Monaten hatte er wegen Höhenangst abgesagt. Diesmal flog er – und landete im Niemandsland.

Horngacher geht – ohne medaille
Am Samstag steht der Teamwettbewerb an, am Sonntag das letzte Einzeln. Für Horngacher ist es die letzte Mission. Nach fünf Jahren als Bundestrainer verabschiedet er sich ohne Titel, ohne Podest, dafür mit vielen offenen Fragen. Die DSV-Adler müssen neu starten, Prevc dagegen kann nach Planica endgültig den Rotationsurlaub buchen – seine Saison ist längst Geschichte geschrieben.
