Pisa wirft cagliari raus und atmet auf: hiljemarks zehn-mann-sieg

Drei Tore, ein Platzverweis, ein Trainer, der vor Glück fast zerbricht: Der AC Pisa schlägt Cagliari 3:1 und klettert erstmals seit Wochen über die Abstiegslinie. Die Toskaner spielten 60 Minuten in Unterzahl, wirken aber, als hätten sie die Serie A endlich verstanden.

Hiljemark feiert «gruppenleistung mit herzblut»

Rafiu Durosinmi sah Gelb-Rot wegen eines Handspiels am eigenen Strafraum – es war der 37. Minute, das Stadion verstummte. Statt einzuknicken, schaltete Pisa einen Gang höher. Die Passgenauigkeit stieg von 78 auf 91 Prozent, die Zweikampfquote klettert auf 64 Prozent. «Wir haben nicht nur verteidigt, wir haben Cagliari zerlegt», sagt Oscar Hiljemark nach dem Schlusspfiff, seine Stimme kratzig vom Dauerbrüllen. Der Schwede strahlt, weil seine Mannschaft ausgerechnet in der Phase, in der sie zu zehnt war, die Saison rettete.

Die Tore: Eine Einzelleistung von Nikola Vasic nach 22 Minuten, ein Kopfball von Pietro Beruatto nach einer Ecke, die Cagliari wie zerzaust aussah, und der dritte Treffer – ein Konter, den Giuseppe Sibilli nach 88 Minuten über die ganze Feldhälfe trägt und eiskalt versenkt. Cagliaris Anschlusstor durch Zito Luvumbo war nur noch Ergebniskosmetik.

Die tabelle lügt nicht mehr

Die tabelle lügt nicht mehr

Mit 26 Punkten springt Pisa auf Rang 14, zwei Zähler vor dem Strich. Die Statistik ist gnadenlos: Wer nach 28 Spieltagen über der Linie liegt, bleibt in 83 Prozent der Fälle erstklassig. Die Arena Garibaldi verwandelt sich in einen Kessel, die Fans singen «Rimani in A» – Bleib in der A. Die Spieler winken, einige weinen. Es ist der erste Heimsieg seit dem 3. Januar.

Fabio Pisacane, Cagliaris Interimscoach, wirkt wie ein Mann, der seinen Job schon in der Kabine verloren hat. «Wir haben den Gegner unterschätzt, das bestraft die Liga sofort», sagt er knapp. Sein Verein rutscht auf Platz 17, nur noch ein Punkt trennt die Sardischen vom Relegationsplatz.

Was jetzt auf pisa zukommt

Was jetzt auf pisa zukommt

Am kommenden Sonntag geht es nach Udinese, dann empfangen die Nerazzurri Mailand. Hiljemark lacht, als er das Programm hört: «Wir haben bewiesen, dass wir auch mit zehn Mann gewinnen können. Jetzt wollen wir zeigen, dass wir mit elf auch gegen die Großen mithalten.» Der Trainer verlässt den Interviewraum, schaut kurz zurück und ruft: «Die Serie A hat uns endlich gehört.»