Piros und pigato stürmen in madrid zum doppelsieg – ein finale für die geschichtsbücher

Die fünfte Ausgabe des Grand Prix Madrid war kein Turnier, es war ein Statement. Zsombor Piros und Lisa Pigato haben am Sonntag im Real Club de Campo Villa de Madrid nicht nur gespielt – sie haben demonstriert, wie Tennis funktioniert, wenn Nerven aus Stahl treffen auf rohen Willen.

Ein sieg, der alles verändert

Pigato stand vorher ohne ein einziges gewonnenes Erstrundenspiel in einem WTA-125-Event. Dann holt sie in Madrid mit 6:4, 6:0 gegen Marina Bassols den größten Titel ihrer Karriere. Der erste Satz dauerte 62 Minuten, jeder Ball ein Kleinkrieg. Danach riss sie der Spanierin das Herz heraus: 6:0 in 38 Minuten. „Ich glaube es noch nicht“, sagte sie, als hätte sie selbst das Scoreboard überrumpelt.

Die 22-Jährige nutzte einen hohen Ballrhythmus, drückte früh aufs Tempo und zwang Bassols zu 14 Breakbällen im ersten Spiel allein. Die Madrilenin wehrte vier ab, kapitulierte beim fünften. Von da an lief alles wie geschmiert – oder besser: wie geplant. Pigato spielte das Match ihres Lebens, weil sie es nicht als Finale betrachtete. „Ich bin einfach rausgegangen und habe Tennis gespielt, nicht Statistiken“, sagte sie später. Die Zahl, die zählt: ihr erster WTA-125-Titel, 160 Punkte und ein Karrierehoch im Ranking.

Piros nutzt die nerven des gegners

Piros nutzt die nerven des gegners

Zsombor Piros hatte andere Sorgen. Der Ungarn hatte die Nacht vor dem Endspiel kaum geschlafen, „die Nerven haben getrommelt“, gab er zu. Half nichts. Gegen Jurij Rodionov, den Österreicher, der einen Tag zuvor 3:14 Stunden gegen Nicolas Jarry verbrannt hatte, zog Piros die Schraube nach 77 Minuten fest: 7:5, 6:2. Neunter Challenger-Titel, zweiter in diesem Jahr.

Rodionov kam mit leeren Batterien, Piros mit klarem Kopf. Der Magyaren ließ den Ball tief springen, zwang den Linkshänder zu hohen Schultern und nutzte jede kurze Antwort. Beim Stand von 5:5 im ersten Satz schlug er zu, brach zum 6:5 und servierte den Satz aus. Danach war Rodionov ein Schatten. Piros: „Ich habe mir verboten, an das Pokal zu denken. Ergebnis: mein bestes Spiel des Turniers.“

Die Trophäenübergabe war ein Who-is-Who der Madrider Tenniswelt: Tati Rascón, Präsident der regionalen Tennis-Föderation, Antonio Zapatero, Vizepräsident, und Pedro Escudero, CEO des Titelsponsors Silverway Asset Management, standen neben den frisch gebackenen Champions. Die Botschaft war klar: Madrid hat sich als Fixpunkt der Challenger- und 125er-Szelle etabliert – und die nächste Generation hat ihr Visier bereits auf 2025 gerichtet.

Ein Tag, zwei Namen, null Fragen offen. Piros und Pigato haben Madrid nicht nur erobert – sie haben sich selbst neu erfunden. Wer jetzt noch behauptet, Challenger seien bloß Laufburgen, war nicht im Real Club de Campo.