Pinguins zwingen nürnberg in die knie – mannheim wartet im viertel
Bremerhaven schlägt zu, bevor die Messestadt durchdreht. Die Fischtown Pinguins nutzen ihren ersten Matchball, zerren die Nürnberg Ice Tigers mit 3:2 aus dem Play-off-Rad und buchen vor 11.000 Zuschauern das Ticket fürs Viertelfinale.
Wejse, smith und bruggisser brennen die bude nieder
Christian Wejse schleift den Puck nach zwölf Minuten ins kurze Eck, C.J. Smith lässt fünf Minuten später den Fanghand von NHL-Rentner Danny aus den Wolken kreisen – 2:1. Phillip Bruggisser erhöht früh im Mitteldrittel auf 3:1, und die Halle kocht. Marcus Weber hatte zwischenzeitlich auf 1:2 verkürzt, doch die Moral der Hausherren hält. Als Samuel Dove-McFalls 150 Sekunden vor Ende noch einmal auf 2:3 verkürzt, zuckt nur kurz die alte Schweißperle. Dann ist Schluss, die Pinguins jubeln, Nürnberg geht leer aus.
Die Serie war nach dem 4:0 im Hinspiel eigentlich schon entschieden, doch die Ice Tigers stemmten sich mit offenem Visier dagegen. Trainer Alexander Sulzer hatte gewarnt: „Wer denkt, dass der Gegner aufgibt, wird blamiert.“ Seine Spieler hörten zu, lagen aber zwischenzeitlich trotzdem unter massivem Druck. Die 17:29 Torschüsse spiegeln die Klarheit, mit der Bremerhaven nun in Richtung Mannheim reist.

Schwenningen zwingt wolfsburg in die verlängerung
Die Schwenninger Wild Wings schaffen das, was die Nürnberger verpassten: ein drittes Spiel. Mit 5:1 fegen sie die Grizzlys aus Wolfsburg aus der eigenen Halle und erzwingen am Sonntag (16.30 Uhr, MagentaSport) den Showdown um den Viertelfinalplatz gegen die Kölner Haie. Alexander Karachun und Kyle Platzer brennen binnen 135 Sekunden ein 2:0 ein, bevor die Grizzlys noch richtig wach werden. Im Mitteldrittel schrauben die Wings das Tempo auf zahnlose 5:1 – drei Tore in 184 Sekunden, der Gegner schaut in die Röhre.
Für Bremerhaven heißt es jetzt Adler Mannheim. Die badischen Falken haben gerade erst Augsburg in vier Spielen zerlegt und kommen mit frischem Selbstbewusstsein. Die Pinguins reisen ohne jeden Zwang, aber mit jener Mischung aus Tempo und Zufall, die sie in dieser Saison so unberechenbar macht. Wenn Wejse und Smith so weitermachen, flattert vielleicht sogar ein zweiter Sensationssieg durch die SAP-Arena.
Die DEL spuckt ihre nächste Überraschung aus. Die Pinguins sind nicht mehr nur der Aufsteiger von der Nordsee – sie sind das lebende Beispiel dafür, dass in der Post-Season jeder Schuss sitzen kann. Die Adler haben gewarnt. Am Freitag haben sie gesehen, warum.
