Littler lässt sich selbst zum markenzeichen erklären – und schockiert dublin mit 0:5-comeback
Er ist 19, thront auf Platz eins der Welt – und will nun auch noch sein eigenes Gesicht patentieren lassen. Luke Littler hat beim britischen Intellectual Property Office die Eintragung seyes Konterfeits als Marke beantragt, um künftig gegen KI-generierte Fake-Werbung und Plagiate vorzugehen, wie der Guardian berichtet.
Der plan: „the nuke“ kontrolliert seine bombe selbst
Der Schritt klingt vermessen, ist aber konsequent. Seit Monaten tauchen auf Social-Media-Bannern und in Onlineshops Produkte auf, die Littlers markante Frisur, das raue Gesicht und das kantige Kinn zeigen – ohne dass ein Cent beim Weltmeister landet. Die künstliche Intelligenz schert sich nicht um Persönlichkeitsrechte. Das will der Engländer jetzt stoppen. Die US-Marke „The Nuke“ hat er bereits gesichert, Europa folgt. Manager Gary Plummer, der einst Phil Taylor zur Milliarden-Marke formte, treibt die Strategie voran.
Die Summen, die hier im Spiel sind, lassen aufhorchen. Allein über die Professional Darts Corporation (PDC) Order of Merit hat Littler seit 2024 mehr als drei Millionen Euro kassiert. Dazu kommen Exklusivverträge mit Snack-Herstellern, einer Fastfood-Kette und einem Videospielpublisher, die ihn laut Branchenkreisen auf ein Jahres-Multiple bringen, das sich selbst eingefleischte Fußballprofis wünschen.

Am oche liefert er direkt den nächsten beweis
Während Anwälte die Formulare wälzen, schafft Littler auf der Bühne Fakten. Donnerstagabend, Dublin, 3Arena. Er liegt im Premier-League-Finale gegen Gerwyn Price 0:5 zurück, wirkt leblos. Dann zündet er die berühmte Neun-Darter-Attitüde. 12 Pfeile später steht es 6:5 – sein zweiter Tagessieg in dieser Saison. Die Crowd brüllt sich heiser, die TV-Quote knackt in Großbritannien die Zwei-Millionen-Marke. Am Wochenende geht es bei der Belgian Darts Trophy weiter, doch der Hype folgt ihm längst auf Schritt und Tritt.
Die Message ist klar: Littler ist kein Jugendspieler mehr, der zufällig trifft. Er ist ein Markenphänomen, das seine Kontrolle zurückfordert – und zwar auf dem Brett wie im Business. Wenn das Gesicht künftig Geld bringt, soll es wenigstens sein Gesicht sein.
