Pinguins schubsen tigers ans abstellgleis – 4:0-paukenschlag startet play-off-mission

Ross Mauermann knallt doppelt, Nico Krämmer erlöst die Eisarena – und schon nach 60 Minuten sieht Nürnberg die Play-off-Ausfahrt. Die Fischtown Pinguins fegen die Ice Tigers mit 4:0 aus dem Eis und ziehen im eigenen Stadion die Notbremse für den deutschen Rekordmeister.

Mauermann wird zur unruhe, krämmer zum stempel

Trainer Alexander Sulzer hatte vor dem Spiel gewarnt, dass seine Reihen „nicht zu früh auf die Tube drücken“ dürfen. Sein Kader hörte hin, aber nur in der Defensive. Nach vorne jagten die Pinguins jeden Puck wie ein Raubtier, das seit Wochen auf Beute lauert. Mauermann trifft nach 15 Minuten zur Führung, verschafft den 3.500 Zuschauern Luft – und sich selbst Selbstvertrauen. Nach der Pause legt Krämmer mit einem Handgelenksschlenzer das 2:0 nach, bevor Mauermann erneut trifft und C.J. Smith in letzter Sekunde den Deckel draufsetzt.

Die Statistik lügt nicht: 39 Schüsse auf Nürnberger Gehäuse, 63 % Ballbesitz in der Offensive Zone, 22 Checks, die die Tigers in die eigene Hälfte sperren. „Wir haben sie nie zur Entfaltung kommen lassen“, sagt Mauermann, dessen zweiter Treffer die Nürnberger Bank leer werden ließ – Trainer Lars Reichel stellte danach komplett um, doch das Spiel war längst entschieden.

Mannheim wartet, nürnberg zittert

Mannheim wartet, nürnberg zittert

Mit dem 1:0 in der Best-of-three-Serie reicht den Pinguins am Freitag in der Franken-Arena bereits ein Unentschieden nach Verlängerung, um das Ticket fürs Viertelfinale gegen die Adler Mannheim zu lösen. Die haben Heimrecht, sind ausgeruht – und haben Bremerhavens Tempo-Hockey bereits gesehen. Sollte Nürnberg zurückschlagen, gibt es am Sonntag in der Eisarena ein Sudden-Death-Spiel, bei dem bereits ab 14 Uhr die Klinge zwischen den Seiten fällt.

Die Pinguins haben aber mehr als nur ein Ergebnis geholt. Sie haben ein Statement abgeliefert: Wer uns stoppen will, muss mehr als nur ein paar schnelle Schlittschuhläufer aufs Eis schicken. „Wir glauben fest an unsere Jungs“, hatte Sportdirektor Peter Kaczink vor Wochen gesagt – nach diesem Abend glauben selbst die größten Zweifler.

Die Ice Tigers verlassen Bremerhaven mit leeren Koffern und voller Fragezeichen. Die Pinguins dagegen fliegen am Freitag nach Franken – und wissen, dass ein einziger Punkt reicht, um den Rekordmeister in die Sommerpause zu schicken. In der DEL ist das Play-off-Klima angekommen – und es riecht nach Fischtown.