Piljic wechselt nach wolfsburg: champions-league-traum statt leverkusen-limbo

Katharina Piljic lieferte am Montag drei Scorerpunkte, am Dienstag lieferte sie den nächsten Paukenschlag: Die 22-Jährige verlässt Bayer Leverkusen ablösefrei und unterschreibt bis 2028 beim VfL Wolfsburg. Für die Werkself ist das ein Gesichtsverlust, für Piljic der Sprung in die Königsklasse – und für die Wölfinnendirektion ein Transfer, der selbst den Abgang von Ralf Kellermann überstrahlt.

Warum leverkusen plötzlich nur noch die vergangenheit ist

Seit Sommer 2024 ist Piljic die Antreiberin auf der Sechs, die Spielerin, die Pätzold „in einer ganz anderen Verfassung“ sah als vor der Winterpause. Sie holt Bälle zurück, treibt das Tempo, schießt Volleys wie gegen Hamburg. Doch Champions-League-Luft schnuppern konnte sie dort nicht: Fünf Punkte Rückstand auf Platz drei, die Qualifikation ein Traum. In Wolfsburg führt die Straße direkt in die Gruppenphase – und genau das war das K.o.-Argument. „Der VfL bietet das Umfeld, um den nächsten Schritt zu gehen“, sagt sie knapp. Kellermann lobt zurück: „Rolle in der U-23 zeigt, was noch kommt.“

Die Leverkusener Verhandlungen verliefen zäh. Sportdirektor Achim Feifel bestätigt: „Wir haben intensiv um Verlängerung gebacht, vergeblich.“ Die Tatsache, dass Piljic vor dem HSV-Spiel schon die Entscheidung getroffen hatte, aber dennoch dreifach glänzte, spricht für ihre Professionalität – und für die Klasse, die Wolfsburg nun abstaubt.

So passt sie ins wolfsburger rätsel

So passt sie ins wolfsburger rätsel

Mit Giovanna Hoffmann von RB Leipzig, der Verlängerung von Svenja Huth und Camilla Küver haben die Niedersachsen bereits aufgestockt. Jetzt kommt die Sechs, die auch zentral vorne agieren kann, die kroatische Staatsangehörigkeit besitzt und erstmals A-Nationaltor-Abruf erhielt. Die Konkurrenz auf der Sechs ist groß: Lattwein, Wedemeyer, starke Außenverteidigerinnen, die um Platz im 4-3-3 kämpfen. Doch Piljic bringt etwas mit, das Wolfsburg zuletzt vermisste: eine Ball-Gewinnerin mit Tor-Garantie. Ihre drei Punkte in Hamburg verdoppelten ihre persönliche Saison-Bilanz – ein Signal, dass sie auch offensiv liefern kann.

Die Ablösefreiheit tut ein Übriges: Kein Cent, aber ein Wert von geschätzten 500.000 Euro, hätte Leverkusen sie verpflichtet gehalten. Stattdessen investiert Wolfsburg nur in Gehalt und Perspektive, während Kellermanns Nachfolger mit einem Komplett-Mittelfeld plant, das auch 2028 noch jung genug ist, um Titel zu holen.

Für Piljic beginnt das Kapitel „Champions League“, für Leverkusen bleibt die Frage, wie man eine Leistungsträgerin ziehen ließ, ohne Geld einzunehmen. Die Antwort liefert die Tabelle: Wer nicht oben mitspielt, verliert irgendwann auch seine Besten. Wolfsburg profitiert – und Piljic wird in der Königsklasse auflaufen, während ihre alte Mannschaft wieder zuhause zusieht. Der Kreis schließt sich, die Karriere beschleunigt.