Pihlström schnuppert an der startelf: croci-torti setzt auf den schweden gegen yb

Die Wende kommt mit 18. Elias Pihlström, bislang ein Name für die U-21-Listen, spielte sich gegen St.Gallen in die Köpfe der Tribünen und womöglich direkt in die Startelf für Sonntag. Das 1:1 war erst der Anfang – Bern ist der Test.

Croci-torti nimmt den teenager beim wort

Trainer Mattia Croci-Torti redet nicht lange um den heißen Brei. Nach der Partie gegen St.Gallen, in der sein Team nach der Ampelkarte für Dos Santos zitterte, nannte er den jungen Schweden beim Namen: „Elias entwickelt sich gut undsticht sowohl im Training als auch bei der U-21 heraus.“ Das klingt nach Routine-Lob, ist aber ein Seismograph. Luganos Kader ist zur Hälfte neu, die Bilanz der letzten neun Liga-Spiele lautet zwei Siege, vier Remis, drei Niederlagen. Die Punkte sind zu dünn für Anspruch und Budget. Da zählt jedes Lebenszeichen.

Pihlström lieferte es in Person. Die letzten zehn Minuten gegen St.Gallen waren sein Spielfilm: zweimal diagonal durchgestartet, einmal die letzte Grätsche vor dem leeren Tor, insgesamt 22 intensive Ballaktionen in 14 Minuten Einsatzzeit. Die Statistik wertet ihn als besten Luganoer nach Balleroberungen im gegnerischen Drittel – ein Detail, das im Stadion lauter klingt als jede Analystenstimme.

Die lücke, die er füllen könnte

Die lücke, die er füllen könnte

Mit Dos Santos gesperrt, fehlt die Stimme in der Abwehr. Croci-Torti will umstellen, möglicherweise von einer Vierer- auf eine Dreierkette, um den Young Boys entgegenzutreten. Dafür braucht er Außenstürmer, die auch den Rückwärtsgang einlegen. „Wir suchen Spieler, die das Eins-gegen-eins mögen wie das tägliche Brot“, sagt er – und meint damit Pihlström, der in der Junioren-Bundesliga Nord bereits 38 erfolgreiche Dribblings notiert hat, nur zwei Niederlagen davon.

Die Rechnung geht auf oder eben nicht. YB dominiert die Super League mit 28 Punkten aus elf Spielen, hat in den letzten drei Partien kein Gegentor kassiert. Wer da bestehen will, braucht Unbekümmertheit und Tempo. Genau das bringt ein 18-Jähriger mit, der erst vor zwölf Monaten in der schwedischen U-19-Nationalmannschaft debütierte und seitdem jeden Check auf dem Zettel hat.

Für Lugano ist der Sonntag mehr als ein Spiel. Es geht um den Anschluss an die internationalen Plätze, um das Selbstvertrauen eines Umbruchs-Kaders und darum, ob ein Teenager die Saison plötzlich neu erzählt. Die Leihgabe aus Malmö könnte zur dauerhaften Lösung werden – vorausgesetzt, er übersteht die nächste Feuertaufe in der Wankdorf-Kessel. Die Kurve dort ist laut, die Zeit kurz. Für Elias Pihlström beginnt sie gerade.