Pick szeged trennt sich von jim gottfridsson – rückkehr nach flensburg rückt näher
Die Bombe detonierte am Rande des größten Triumphs: Pick Szeged feiert den Einzug ins Viertelfinale der EHF Champions League, doch die Nachricht, die am späten Samstagabend durch die ungarischen Medien rauschte, hat nichts mit Jubel zu tun. Jim Gottfridsson, der schwedische Spielmacher und Gesicht der Mannschaft, ist mit sofortiger Wirkung freigestellt. Keine Verletzung, kein Streik – einfach Schluss.
Kein einziges wort über die trennung
Seit dem 28. März stand der 33-Jährige nicht mehr auf dem Feld, in den entscheidenden Play-offs gegen Kielce fehlte er ohne offizielle Begründung. Trainer Michael Apelgren schwieg, Vereinssprecherin Fanni Purman wollte sich „nicht äußern“. Die schwedische Zeitung Aftonbladet deckte auf: Der Dreijahresvertrag ist aufgelöst, die Trennung längst besiegelt. In der Datenbank des ungarischen Handball-Verbands steht er noch – aber das ist Formsache. OTP-Bank-Vorstand Edward Papp ließ am Samstag das Fazit verlauten: „Danke Jim für deine Arbeit, wir wünschen dir viel Glück für deine weitere Karriere.“ Keine Träne, kein „wir bleiben Freunde“, nur ein nüchternes Danke.
Für Szeged bricht nun eine Woche der Wahrheit an: Montag bei Veszprém, Pokal-Halbfinale gegen denselben Gegner, mögliches Finale am Sonntag – und dann das CL-Viertelfinale gegen Magdeburg. All das ohne den Kopf, der die Angriffe jahrelang dirigierte. Die Frage ist nicht mehr, ob der Klub das verkraftet, sondern wer die Führung übernimmt, wenn der Druck am größten ist.

Flensburg öffnet die tür – doch die gehaltsfrage bleibt
Während in Szeged die Trümmer beseitigt werden, schaltet Flensburg-Handewitt einen Gang höher. SG-Sportchef Ljubomir Vranjes bestätigte nach dem Topspiel in Mannheim: „Wir haben gesprochen, aber es ist sehr schwer für uns, Jim zurückzuholen.“ Code für: Der Schwede will, der Klub will – nur die Zahlen passen noch nicht. Gottfridsson war 2019 nach Ungarn gewechselt, weil Flensburg sich damals ein Luxus-Comeback nicht leisten konnte. Nun ist er arbeitslos, die Marktlage eindeutig. Die Förde-Klubkasse ist prall gefüllt, die rechte Rückraum-Position seit Lasse Svan und Holger Glandorf unbesetzt. Ein Zirkelschluss, der sich vor unseren Augen schließt.
Die Szeged-Fans werden diese Tage mit gemischten Gefühlen verfolgen. Sie haben einen Champions-League-Kandidaten ohne Herzstück – und gleichzeitig den wohl spektakulärsten Transfer des Sommers vor Augen. Wenn Gottfridsson Anfang Mai in Flensburg wieder das Trikot überstreift, ist die Message klar: Der Sport schert sich nicht um Sentiment, er schert sich nur um die nächste Chance.
