Flick zieht gerard martín im derby: kampf gegen die uhr vor atlético-kracher

Hansi Flick musste im Camp-Nou-Derby einen Plan kurzfristig über den Haufen werfen. Gerard Martín spürte kurz vor dem Pausenpfiff einen stechenden Schmerz in der rechten Wade – und war damit auf der Stelle Geschichte. Flick reagierte in der Kabine: Marc Casadó rückte rein, der 24-jährige Katalane blieb in der Kabine, das Gespräch mit Mannschaftsarzt Ricard Pruna bereits im Gange.

Kein risiko vor dem champions-league-ultimatum

Der Coach hatte seine Gründe. Am Dienstag steht das Rückspiel gegen Atlético Madrid an, Barcelona muss nach dem 0:2 aus dem ersten Duell eine Mammutaufgabe lösen. Ohhin fehlt bereits Pau Cubarsí wegen Gelbsperre. Die beiden jungen Abwehrspieler waren zuletzt Flicks feste Größen in der Viererkette. Verlust Nummer zwei wäre ein Schlag ins Kontor gewesen.

In den letzten Sekunden des ersten Durchgangs hatte Martín allein gelaufen, plötzlich stoppte er, griff sich an die Wade. Rashford war bereits aufwärmen gegangen, die Kollegen schlugen Alarm. Martín stemmte sich noch bis zur Pause durch – mehr wollte Flick nicht riskieren.

Die Umstellung war radikal: Eric García rückte ins Zentrum zurück, neben Cubarsí bildete er die Innenverteidigung. Casadó übernahm gemeinsam mit Pedri das Doppelsechs-Metier, ein Job, für den er eigentlich nur Notfall-Qualifikation besitzt. Die Marschroute: hinten sicherstellen, vorne früher stören, den Spielaufbau beschleunigen.

Der nächste akteur in der rotations-schleife

Der nächste akteur in der rotations-schleife

Flick hatte in den vergangenen Wochen ohnehin schon fast täglich neue Puzzleteile zusammengesucht. Gavi, Frenkie de Jong, Ronald Araújo, Ferran Torres – die Verletztenliste liest sich wie ein Who-is-Who des Kaders. Jetzt also auch Martín, dessen Ausfallgrade erst in den nächsten 24 Stunden kristallklar wird.

Die medizinische Abteilung arbeitet gegen die Uhr. MRT-Termin, Druckmessung, Muskelfaser-Check – alles muss bis Montagmittag durch sein, damit Flicks Matchplan für das Atlético-Duell steht. Ein Riss? Eine einfache Überdehnung? Die Antwort entscheidet, ob der Trainer erneut umbauen muss oder doch noch auf Martíns Comeback hoffen darf.

Kurz nach dem Abpfiff war im Mixed Zone schon wieder der nächste Termin fällig: Abfahrt ins Traininghotel, Video-Analyse, individuelle Belastungssteuerung. Der Katalane mit der Nummer 35 humpelte leicht, aber lächelnd in die Kabine. „Wir schauen morgen“, sagte er nur. Die Saison lässt keine Träume zu – nur Entscheidungen.