Piacenza wirft modena raus und greift nach dem halbfinale

Drei Sätze lang war es ein offener Schlagabtausch, dann schnappte sich Piacenza mit dem vierten Durchgang die 3:1-Auswärtssensation im PalaPanini und damit die 2:1-Führung im Viertelfinal-Duell gegen Modena. Am Sonntag darf die Gas-Sales-Truppe vor heimischem Publikum den Matchball schmeißen – und Modena steht mit dem Rücken an der Wand.

Der vierte satz entzückte und entnervte

17:25, 25:17, 20:25 – alles schien nach Plan, als die Gäste im Tiebreak-ähnlichen vierten Satz 15:11 wegzogen. Aber Modena schlug zurück, rannte bis zum 20:20, ließ zwei Satzbälle liegen und kassierte den K.o. beim 28:30 aus einem Aufschlagfehler und einem verwandelten Matchball von Simon. Die Zuschauer im ausverkauften PalaPanini schrien sich die Seele aus dem Leib, die Feldspieler kauerten teils mit leeren Blicken auf dem Parkett.

Modenas Trainer Giuliani wechselte sich warm: Er nahm Buchegger raus, brachte Ikhbayri, schob Anzani für den angeschlagenen Sanguinetti in die Mitte – vergeblich. Piacenza fehlten mit Comparoni und Seddik zwei Schlüsselkräfte, doch der 19-jährige Iyegbekedo neben Simon ließ sich nicht beirren und nagelte18 Punkte an die Holzböden von Modena.

Die serie kippt – und mit ihr die psyche

Die serie kippt – und mit ihr die psyche

Die Tiebreak-Fluch der ersten beiden Partien war verflogen, dafür kam der Endspiel-Modus früher als gedacht: Wer am Sonntag in Piacenza verliert, fliegt raus. Die Daten sprechen klar – acht der letzten neun Viertelfinals in der SuperLega gingen an das Team mit Heimrecht im vierten Spiel. Die Nummer-eins-Annahme von Modena bröckelt, die Aufschlagserie von Porro (vier Asse im zweiten Satz) war nur ein Strohfeuer.

Für Matteo Marchetti, Kapitän der Emilianer, war es „eine Frage der kleinen Details“: „Wenn wir frei aufschlagen und die Mitte dicht halten, glaube ich fest an die Wende.“ Sein Gegenüber Heynen schüttelte nur den Kopf: „Wir haben den Druck nicht weggestellt, das bestraft die Liga sofort.“

Statistik des Tages: Piacenza verwandelte 48 % der Angriffsversuche, Modena nur 39 %. Bei acht Aufschlagfehlern in der entscheidenden Phase des vierten Satzes war der Mental-Break offenkundig.

Der playoff-fahrplan

Der playoff-fahrplan

Am Sonntag, 19. März, 18.00 Uhr, rollt in Piacenza der Ball für Spiel vier. Sollte ein fünftes Duell nötig sein, steht es am 22. März erneut im PalaPanini auf dem Programm. In den Parallel-Quartalen führen Perugia und Civitanova bereits 2:0, während Verona und Milano ebenfalls 2:0 stehen – die Halbfinale rücken näher, doch Piacenza kann als erstes Team den Deckel draufmachen.

Die Luft nach oben ist für Modena dünn. Die Heimserie ist gebrochen, die Verletztenliste lang. Und die Publikumsunterstützung am Sonntag wird ein einziger Tsunami aus schwarz-weißem Mobiliar sein. Für die Bluenergy heißt es jetzt: Alles oder nichts – aber auf fremdem Parkett.