Philipp raimunds gold-coup in mailand-cortina: "dann knall ich das ding eben rein!"

Philipp raimunds sensationeller olympiasieg im skispringen

Philipp Raimund hat bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina für eine riesige Überraschung gesorgt. Der Skispringer gewann die Goldmedaille von der Normalschanze, obwohl er vor den Spielen noch keinen Weltcupsieg vorweisen konnte. Im exklusiven Interview mit Carolin Ranz und Eurosport-Experte Martin Schmitt sprach Raimund über seinen unglaublichen Erfolg.

Ein traum wird wahr

"Es fühlt sich an wie ein Traum", gestand der frischgebackene Olympiasieger. Die Ereignisse und Emotionen konnte er noch nicht richtig realisieren. Nach einem starken ersten Sprung auf 102 Meter lag er bereits zur Halbzeit in Führung. Im zweiten Durchgang zeigten seine Konkurrenten Gregor Deschwanden, Kacper Tomasiak und Ren Nikaido ebenfalls beeindruckende Weiten, doch Raimund behielt die Nerven.

Nervenstarker zweiter sprung

Nervenstarker zweiter sprung

Mit einem perfekten Telemark landete Raimund bei 106,5 Metern und erhielt in beiden Durchgängen die höchste Punktzahl. "Ich wusste, dass ich einfach meine Sachen so weiter machen muss, dann passt das", erklärte "Hille" im Interview. Der Sieg war verdient und katapultiert ihn in den Olymp.

Deutschland als medaillenfavorit im mixed-wettbewerb

Deutschland als medaillenfavorit im mixed-wettbewerb

Nur 24 Stunden nach seinem Triumph im Einzel hat Raimund die Chance auf eine weitere Medaille. Im Mixed-Wettbewerb am Dienstag (18:45 Uhr live auf Eurosport und HBO Max) gilt Deutschland dank Raimund als einer der Top-Favoriten. Die Erwartungen sind hoch.

Raimunds reaktion auf den sieg

Raimunds reaktion auf den sieg

"Die Siegerehrung hat mir dabei definitiv ein bisschen geholfen", sagte Raimund. "So ganz glauben kann ich es immer noch nicht. Ich hoffe, dass ich morgen nicht aufwache, die Medaille ist weg und es war alles nur ein Traum." Er schilderte auch seine Nervosität vor dem ersten Sprung: "Es konnte für mich gar nicht schnell genug gehen."

Die strategie am balken

Raimund offenbarte, dass er kurz überlegt hatte, ob die Anlaufspur verkürzt werden sollte. "Ich dachte mir, sie werden entweder runtergehen oder wenn nicht, dann ist es auch egal, dann knalle ich das Ding eben bei 108 Metern runter." Diese Einstellung spiegelte seine mentale Stärke wider.

Der schlüssel zum erfolg: der telemark

Ein entscheidender Faktor für seinen Sieg war der konsequente Telemark im Training. Stefan Horngacher hatte ihn darauf hingewiesen, dass die Judges genau darauf achten würden. Raimund antwortete darauf selbstbewusst: "Gut, denen zeig' ich gleich, dass ich das Ding hier unten reinklemmen kann!"

Ein außergewöhnlicher triumph

Raimunds Sieg ist umso bemerkenswerter, da er ohne vorherigen Weltcupsieg angetreten war. "Mindestens zwei!" scherzte er auf die Frage, wie viel Mut man dafür brauche. Er betonte den enormen Druck durch Medien, Fans und die Olympischen Spiele und dankte seinen Freunden, Trainern und seiner Freundin für ihre Unterstützung.

Die nächsten ziele

Nach dem feierlichen Abend steht der Mixed-Wettbewerb am Dienstag an. Raimund und das deutsche Team wollen ihren Erfolgskurs fortsetzen und um weitere Medaillen kämpfen. Die Winterspiele versprechen weiterhin spannende Momente.