Petros jagt 59-minuten-grenze: 45. berliner halbmarathon wird zur rekordjagd
Die Straße wird zur Uhr. 21,097 Kilometer Asphalt, 40.000 Herzen, die im Takt von Amanal Petros schlagen. Um 10:05 Uhr fällt der Startschuss zum 45. Berliner Halbmarathon – und ein einziger Mann will die Zeit zerschlagen. Der deutsche Vizeweltmeister plant, die deutsche Bestmarke von 59:31 Minuten noch einmal zu pulverisieren. Mit eigenen Hasen im Rücken. Gegen sich selbst.

Das feld wird weiblicher – und jünger
46 Prozent Frauen, 54 Prozent Männer. Klingt nach einer kleinen Zahl, ist ein großer Sprung. Vor sieben Jahren waren es noch 39 Prozent Frauen. Heute sind es vor allem die 18- bis 30-Jährigen, die den Männern davonlaufen. 60 Prozent der jungen Frauen tragen Startnummern. Der Halbmarathon wird zur Generationen-Verschiebung auf Schienen – oder besser: auf Sohlen.
Dorle ist 89. Sie steht um 6 Uhr auf, um 7 Uhr ist sie an der Strecke. Ihr Lohn: ein Lächeln. 2.000 Helfer wie sie machen den Lauf erst möglich. Während der Rest der Stadt stillsteht. Sperrungen von Charlottenburg bis zum Brandenburger Tor. Autos verbannt, Träume erlaubt. Bis 15 Uhr bleibt der Asphalt den Läufern allein.
Die erste Welle startet um 9:15 Uhr – die Skater. 9:55 Uhr folgen die Rollstuhlfahrer. Dann Petros. Dann 40.000 Menschen, die alle dasselbe wollen: die Uhr stoppen. Die Uhr, die Straße, das eigene Limit. Die Uhr, die am Ende sagt: Du warst schneller als du selbst.
