Pesic wirft hin: mit 77 jahren schlägt der bayern-coach endgültig die tür zu
Svetislav Pesic hat genug. Nach 963 Euroleague-Spielen, drei EM-Titeln, einem Weltmeisterpokal und 57 Jahren, in denen er vor allem eins war – Cheftrainer – sagt der Serbe das Ende seiner Banklaufbahn an. „Nach dieser Saison reicht es nun wirklich“, zitiert ihn die ZEIT. Die Entscheidung fiel nicht in einem Büro, sondern zwischen Hotellaken – kurz vor einem Euroleague-Spiel Anfang Januar. „Was machst du hier, bist du verrückt? Du bist bald 77 Jahre alt und immer noch Trainer. Die 90 schaffst du noch, das sind noch 13 Jahre. Schluss mit Basketball, hör endlich auf!“
Das war’s. Keine Comeback-Gelübde, kein „vorerst“. Pesic, der 2014 schon einmal die deutsche Meisterschnalle mit den Bayern holte, kehrt nach diesem Sommer für immer in die Tribüne zurück. Vorher will er noch einmal den Pokal in den Münchener Himmel stemmen – als Abschiedsgeschenk an sich selbst und an den Verein, „mit dem ich mich zu 100 Prozent identifiziere“.
Hotelbett als wendepunkt: wie ein satz alles änderte
Der Mann aus Novi Sad hatte eigentlich schon 2025 Pause verordnet. Nach seinem Abschied von der serbischen Nationalmannschaft wollte er die Saison aussetzen. Doch als die Bayern Gordon Herbert entließen, rief Präsident Herbert Hainer an – und Pesic sagte sofort zu. „Ich hätte bei keinem anderen Verein zugesagt“, gibt er offen zu. Nun sitzt er wieder auf der Bank, aber mit einem Verfallsdatum. Die Uhr tickt lauter als je zuvor.
Die Zahlen sind irre: 1993 Europameister mit Deutschland, 2001 und 2002 Gold mit Jugoslawien, 2024 Olympia-Bronze mit Serbien – gegen eben jene deutsche Mannschaft, der er ein Jahr zuvor das WM-Finale abgenommen hatte. Als Vereinstrainer holte er 1995 den Korac-Cup mit Alba Berlin und 2003 die Euroleague mit Barcelona. Nun also der letzte Tanz in München.

So bleibt pesic dem sport erhalten – ohne kommandostimme
Cheftrainer wird er nie wieder sein. „Zum Ende meines Lebens kann ich nicht mehr länger Cheftrainer sein“, sagt er. Stattdessen plant er Kurse, Vorträge, vielleicht eine Akademie. Sein Sohn Marko war bis vor kurzem Geschäftsführer der Bayern, das Familienimperium bleibt also in der Halle verwurzelt – nur ohne den Patriarchen am Spielfeldrand.
Am kommenden Mittwoch erscheint seine Autobiografie „Immer weiter“. Der Titel klingt nach Dauerlauf, aber das Buch wird ein Finale sein. Kein „To be continued“, keine offene Tür. Pesic hat sie zugeschlagen – vom Hotelbett aus.
