Pérez platzt der kragen: rayo-coach will von villarreal-gerüchten nichts wissen

Íñigo Pérez trat vor die Mikrofone, um über Espanyol zu sprechen. Fertig. Doch die ersten Fragen galten nicht dem Gegner, sondern seinem eigenen Verbleib. Matteo Moretto hatte bei MARCA gemeldet: Der 37-Jährige sei mit Villarreal weitgehend einig. Die Antwort des Rayo-Trainers kam ohne Blatt vor den Mund: „Ich habe die Meldung nicht einmal gelesen. Ein Spieler scherzte im Training darüber – da bin ich explodiert. Jetzt zählt nur der Klub, für den ich arbeite.“

Der moment, als der spaß endete

Innerhalb von Sekunden schwapte die Wut über das Podium. Pérez’ Stimme wurde rauer, die Hände suchten Halt am Tischrand. „Es ist respektlos, über den Trainer von Rayo Vallecano zu spekulieren, während er Vorbereitung auf ein Spiel laufen hat“, sagte er und starrte den Reporter an, der die Frage gestellt hatte. Die Antwort ließ keine Interpretation offen: Er bleibt, bis er nicht mehr bleibt. Dazwischen gibt es nichts zu verhandeln – zumindest nicht öffentlich.

Moretto hält trotzdem daran fest: Die Ablösemodalitäten seien geklärt, lediglich die Unterschrift fehle. Als möglicher Nachfolger bei Rayo kursiert der Name Jagoba Arrasate. Der Osasuna-Coach hat bei seinem aktuellen Arbeitgeber eine Ausstiegsklausel, die bei einer vorzeitigen Trennung greift. Ein Wechsel nach Vallecas wäre technisch möglich, politisch heikel. Arrasate schwieg gestern, doch seine Berater bestätigten, „dass Gespräche auf Mallorca stattgefunden haben“. Mehr wollten sie nicht sagen.

Marcelino wischt ab und schiebt den ball an die geschäftsführung

Marcelino wischt ab und schiebt den ball an die geschäftsführung

Auf der anderen Seite der Geschichte saß Marcelino García Toral. Der Villarreal-Coach, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, wurde mit dem gleichen Thema konfrontiert. Er blieb diplomatieverdächtig: „Spekulationen gehören zum Fußball. Ich werde aber nie über einen Kollegen sprechen, solange er vertraglich gebunden ist.“ Die Entscheidung, so betonte er, treffe „ausschließlich die sportliche Leitung“. Danach schob er die Mikrofone beiseite und verließ den Raum – ohne ein einziges Mal Íñigo Pérez zu erwähnen.

Die Zahlen sprechen trotzdem für sich: Villarreal sucht einen Trainer, der junge Talente integriert und gleichzeitig die Europa-League-Qualifikation sichert. Pérez hat Rayo auf Platz sieben geführt, die jüngsten fünf Partien endeten ungeschlagen. Seine Philosophie – hohes Pressing, schnelle Umstellung, minimales Risiko im Aufbau – passt ins Profil der Castellón-Gelben. Ein Detail noch: Die Ablöse soll bei unter zwei Millionen Euro liegen, ein Schnäppchen im Vergleich zu anderen Kandidaten.

Rayo reagierte intern sofort. Präsident Raúl Martín Presa informierte die Mannschaft, dass jeder Spieler, der Gerüchte schürt, disziplinarisch belangt wird. Die Kabine nahm Stellung: Kapitän Óscar Trejo ließ über seinen Berater ausrichten, „dass die Gruppe geschlossen hinter dem Trainer steht“. Am Freitagabend folgte eine interne Whatsapp-Nachricht: Training um 09.00 Uhr, keine Interviews vor dem Espanyol-Spiel. Wer bricht, fliegt. Kurz, scharf, endgültig.

Die Liga schaut nun nach Vallecas und zur Cerámica. Wenn Pérez am Sonntag gegen Espanyol gewinnt, wächst der Druck auf Villarreal, die Sache schnell zu klären. Verliert er, könnte die Führung in Madrid umdenken. Und Marcelino? Der sitzt weiterhin auf gepolsterten Stühlen und wartet darauf, dass „der Klub die Karten aufdeckt“. Eines ist klar: Wer zuerst unterschreibt, bestimmt den Rhythmus der nächsten Wochen. Der Rest ist Rauch – und den zieht der Wind schneller weg, als man denkt.