Pere navarro attackiert blockierer der 0,2-promille-grenze: „sie haben unsere chance auf weniger tote verspielt“

Pere Navarro schlägt mit der Faust aufs Pult. Der Chef der spanischen Verkehrssicherheitsbehörde DGT rechnet in einem Interview mit dem Arval Mobility Observatory gnadenlos ab – mit jenen Parteien, die die Senkung der Alkoholgrenze auf 0,2 Promille im Atem verhindert haben. „Diese Abstimmung haben nicht die Politiker verloren, sondern wir alle“, sagt er. „Jeder einzelne Bürger.“

Die rechnung ist einfach: weniger alkohol, mehr überlebende

Navarro lieferte alles, was man für eine evidenzbasierte Entscheidung braucht: internationale Empfehlungen, Studien, Stimmen der Wissenschaft. Das Ergebnis: PP, Vox und ERC lehnten ab. Für den DGT-Chef ist das Verrat an den Opfern. „Wir hatten eine Schuld offen – und sie wird weiter wachsen.“ Er spricht von vermeidbaren Toten, von Familien, die nie wieder zusammenkommen. Und er nennt die Schuldigen beim Namen: „Jeder trage seine Verantwortung.“

Die Zahlen sind brutaler als jede politische Rhetorik. Spanien verzeichnete 2023 wieder mehr Tote auf den Landstraßen. Der Trend kehrt um. Navarro weiß: Ohne härtere Promille-Grenze wird das Blut weiter fließen.

Radar-offensive: 100 neue blitzer, null reue

Radar-offensive: 100 neue blitzer, null reue

Während die Promille-Debatte scheitert, rollt die nächste Welle an Kontrollgeräten an. Mehr als 100 neue Radars scharren schon mit den Hufen, die Installation läuft. Navarro lässt keine Zweifel: „Radare wirken. Punkt.“ Allein ihre bloße Existenz drückt das Tempo – und damit die Energie, mit der Menschen sterben. Doch er warnt: „Geräte allein reichen nicht.“ Wer wirklich Leben retten will, muss auch in Infrastruktur stecken: bessere Kreuzungen, sichere Seitenstreifen, durchdachte Straßenführung. „Das kostet Geld. Und Mut.“

Kritiker wittern dahinter eine versteckte Kasse. Navarro lacht schrill. „Wer wegen 120 Euro auf der Rechnung landet, hat sich selbst erwischt.“ Die neue KI in den Kameras erfinde keine neuen Regeln, sie mache nur die alten sichtbar. „Wir jagen keine Bußgelder, wir jagen Tode.“

Motorradfahrer sollen leben – statt nur schöner sterben

Motorradfahrer sollen leben – statt nur schöner sterben

Ein eigener Kriegsschauplatz: Motorräder. Die Unfälle steigen, die Folgen sind oft tödlich. Navarro kündigt an, dass Vollvisierhelm und Handschuhe bald Pflicht werden – noch vor dem Sommer könne die Regelung stehen. Doch das sei „nur ein Puzzlestück“. Auch Schulungen, bessere Sichtbarkeit und geschützte Fahrbahnen müssten her. „Wir holen die Leute nicht vom Bike, wir holen sie vom Friedhof.“

Ziel 2030: halbierung der toten – ein marathon gegen die uhr

Navarro blickt auf das große Ziel: bis 2030 soll die Zahl der Getöteten und Schwerverletzten gegenüber 2019 halbiert werden. Klingt ehrgeizig, ist es auch. „Die großen Hebel – Tempo, Alkohol, Gurt – sind weitgehend umgelegt“, sagt er. Was bleibt, sind kleinere, hartnäckigere Feinde: Smartphones am Steuer, Müdigkeit, Stress. Die Mobilität wächst, die Aufmerksamkeit schrumpft. „Wir müssen Menschen umerziehen, während sie sich selbst verändern.“

Die Uhr tickt. Navarro weiß, dass jedes Jahr zählt. Und er weiß auch: „Wer heute blockiert, trägt morgen die Särge.“