Perchtold nominiert neuen kreis: u21 startet mit wildcard-jagd gegen belgien
Peter Perchtold schickt seine jungen Helden auf Schneeschuh-Tour durch die EM-Quali. Am 27. März in Lüttich, eine Woche später in Ried: Belgien und Belarus sind keine Gegner, sondern Prüfungen für einen Traum, der schon 2025 in die Fußball-Märchenwelt einziehen soll.

Vier rückkehrer, drei debütanten – und ein kader, der zischen will
Dijon Kameri, Nikolaus Wurmbrand, Jakob Scholler und David Heindl haben den verletzten Alltag abgeschüttelt. Sie kehren zurück, als hätten sie nie gefehlt. Dahinter lauern Neulinge wie Souleyman Mandey, der in West Bromwichs Academy den Ball so behandelt, als wäre er aus Samt. Fabian Rossdorfer, Torschütze in der 2. Liga, darf beweisen, dass Ried nicht nur für Volksmusik steht. Und Vasilije Markovic? Der U17-Vize-Weltmeister trägt jetzt das ÖFB-Trikot, als wäre es ein Upgrade seines eigenen Spielstands.
Perchtold redet nicht vom „mutigen Auftreten“, er verlangt es. „Wir wollen die Richtung vorgeben“, sagt er, und klingt dabei wie ein Wanderführer, der den Gipfel schon sieht, obwohl der Nebel noch dicht ist. Die Gruppe ist offen, zwei Siege würden Österreich auf Sprungbrett-Niveau heben. Die letzten Monate waren Leerlauf, jetzt sollen sie Durchzug sein.
Die Tormisere? Vergessen. Matteo Bignetti, Lukas Jungwirth und Juri Kirchmayr bilden ein Trio, das sich gegenseitig anstachelt. Bignetti hat erst drei Länderspiele, aber in Graz lernt man schnell, dass Nullen zählen, wenn sie am Ende für Siege stehen. Vorn wartet Luka Reischl, der in Den Haag gelernt hat, dass niederländische Abwehrreihen nur so lange orangefarben sind, bis man sie umkurvt.
Die Auswärtsspiel-Angst? Auch die bleibt im Bus. Belgien mag die besseren Einzelkämpfer haben, aber die österreichische Maschine läuft seit Monaten heiß. Mit Adewumis Tempo, mit Kameris Treffsicherheit, mit Schollers Laufwegen, die selbst GPS-Systeme irritieren. Und wenn Belarus kommt, soll Ried nicht nur eine kleine Stadt in Oberösterreich sein, sondern eine Festung, in der Punkte eingesperrt werden.
Am 31. März um 18 Uhr wird das Erste Weltkriegs-Stadion wieder leuchten. Dann steht nicht nur der Gruppenprimus auf dem Spiel, sondern auch das Selbstbild einer Generation, die endlich zeigen will, dass Österreich nicht nur ein Fußball-Vorort der Nachbarländer ist. Perchtold hat die Namen genannt, jetzt zählen nur noch die Tore. Die U21 ist bereit – und sie hat nicht vor, sich zu verstecken.
