Paz explota: «106 minuten schande – so betrügt man einen ganzen klub»
Antequera lag beim FC Madrileño 2-1, als Schiedsrichter Roberto Gonzalo in der 106. Minute zum zweiten Elfmeter des Nachschlags griff. Sekunden später stand es 3-2 – und Trainer Abraham Paz brach in der Mixed-Zone in eine Art Kriegsrede aus, wie sie die spanische Tiefliga selten gehört hat.

»Ich habe 20 jahre profifußball gespielt – so etwas habe ich nie erlebt«
Die Stimme zitterte, die Hände zuckten. Paz zählte nacheinander auf, wer alles gedemütigt worden sei: seine Spieler, der Klub, die Stadt, das Trainerteam »das rund um die Uhr ackert«. Dann kam der Satz, der in den Whatsapp-Gruppen der Region noch am Sonntagmorgen durchsickerte: »Man hat uns mit nicht existenten Elfmeter und Roten Karten respektlos behandelt. So etwas darf im Profifußball nicht passieren, Punkt.«
Die Zahlen sind schonungslos: zwei Strafstöße nach 90 Minuten, zwei Platzverweise, ein gewonnenes Spiel in eine Niederlage verwandelt. Die Lauschangriffe im Estadio Cerro del Espino fingen jeden Fluch ein. »Wir kämpfen um Aufstieg, um Jobs, um Existenzen«, so Paz. »Wenn der Schiri entscheidet, darf er nicht schauen, ob das Wappen auf der Brust rot oder weiß ist.«
Sein Ton wurde rauer, fast schon rauchend. »Wir sind seit eineinhalb Monaten in einem Irrenhaus. Wenn du so geführt wirst, kannst du nicht gewinnen.« Dann der finale Hammer: »Ich habe mich fremdgeschämt, eine Ohnmacht, wie ich sie nie zuvor verspürt habe. Das darf im Profifußball nicht passieren – das wird nicht einfach so stehenbleiben.«
Der Verband hat 24 Stunden Zeit, das Schiedsrichterprotokoll zu veröffentlichen. Antequera prüft Einspruch. Die Saison ist noch nicht entschieden, aber Paz hat schon jetzt klar gemacht: Für ihn war dies kein Fußballspiel, sondern ein Raubüberfall mit Pfeife. Und der hat in der spanischen dritten Liga ein Nachspiel.
