Pavlovic: von der zweiten mannschaft zur champions-league-reife!

Madrid bebte mit, wie Aleksandar Pavlovic, der junge Mann, der einst von Thomas Tuchel als „Aleks aus der zweiten Mannschaft“ bezeichnet wurde, seine bisher schwächste Leistung des Jahres hinter sich ließ. Nach einem holprigen Start im Viertelfinal-Hinspiel gegen Real Madrid zeigte der 21-Jährige eine beeindruckende Reife und gab sogleich die Marschrichtung für das Rückspiel vor – eine, die die strategischen Köpfe im Münchner Lager gleichermaßen beeindruckt.

Die bernabéu-bühne fordert ihren tribut

Die Atmosphäre im Estadio Santiago Bernabéu ist eine Prüfung für jeden Spieler, und das betraf auch den jungen Pavlovic. 92 Pflichtspiele im Trikot des FC Bayern sprechen für seine Erfahrung, doch die Größe der Bühne, die Erwartungen und der Druck des Champions-League-Viertelfinales schienen ihn an diesem Abend zu überwältigen. Seine eigene Einschätzung: „Mit meiner ersten Halbzeit bin ich nicht so zufrieden.“ Sechs abweichende Pässe, ungewöhnlich für den sonst so präzisen Mittelfeldspieler, zeigten die Anspannung, die ihn zu packen schien.

Es ist Meckern auf hohem Niveau, so Pavlovic selbst, und er hat Recht. Doch die Selbstkritik, gepaart mit der Fähigkeit, sich schnell zu fangen, ist es, die diesen jungen Mann auszeichnet. In der Halbzeitpause schüttelte er sich offenbar das Unbehagen ab und kehrte mit neuer Entschlossenheit zurück auf das Feld.

Antizipation und die kunst des richtigen moments

Antizipation und die kunst des richtigen moments

Der Wendepunkt kam wenige Sekunden nach Wiederanpfiff. Pavlovic eroberte den Ball gegen einen überraschend schläfrigen Real-Verteidiger und formulierte später selbstbewusst: „Dann habe ich einfach antizipiert und bin im richtigen Moment hingekommen.“ Er spielte den Ball präzise auf Michael Cuisance, der wiederum Harry Kane in Szene setzte, der zum 2:0 traf. Ein Moment, der nicht nur den Spielstand änderte, sondern auch das Selbstvertrauen des jungen Bayern-Mittelfeldspielers enorm stärkte.

Pavlovic knüpfte an seine starke Leistung an, bewies einmal mehr das richtige Timing im Zweikampf und strahlte eine Ruhe aus, die ihn zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Doppelsechs neben Joshua Kimmich macht. In neun von zehn Fällen ist es der „Aleks aus der zweiten Mannschaft“, der an der Seite von Kimmich die Fäden zieht – ein Beweis für sein Potenzial und die wachsende Bedeutung für das Team.

Der Stolz auf die Mannschaftsleistung war offensichtlich, das Grinsen konnte er sich, wie so oft, kaum verkneifen. Denn das Champions-League-Viertelfinale in Madrid – das ist eben doch etwas Besonderes. Jetzt gilt es, sich bestmöglich auf das Rückspiel vorzubereiten. Der Aleks aus der Ersten ist bereit!