Pavlovic steigt wieder ein – flick droht das musiala-davies-dilemma
Aleksandar Pavlovic hat die Hüfte wieder frei. Nach nur einer Woche Zwangspause trabte der 21-Jährige am Freitagvormittag erstmals wieder über den Säbener Rasen – solo, mit Ball, ohne Schmerz. Die Deutsche Nationalmannschaft musste er wegen der Blessur passieren, doch beim FC Bayern tickt die Stoppuhr bereits für das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Real Madrid.
Die Kante, die ihn aus dem Lager der Nationalelf warf, sitzt noch, aber sie lockert sich. Pavlovic absolvierte ein individuelles Aufbaukontingent, wie der Klub mitteilte. Hochkonzentriert, ohne Stockeln, mit Sprintfolgen und Passspiel. Kein Mediziner hatte ihn daran gehindert. Ein Signal: Der Sechser, der in dieser Saison die Rollen von Kimmich und Goretzka besetzt hat, will die heiße Phase nicht verschenken.

Musiala und davies folgen demselben plan
Jamal Musiala und Alphonso Davies schlossen sich an. Beide hatten zuletzt muskulär gepfiffen, beide trugen jetzt wieder Stutzen statt Jogginghose. Ein Blick auf die Statistik verrät, warum das Trio für Trainer Vincent Kompany unverzichtbar ist: Ohne Pavlovic verlor Bayern 26 % mehr Zweikämpfe in der eigenen Hälfte, ohne Musiala sank die Torgefahr aus dem Halbraum um ein Drittel. Davies’ Tempo fehlte in den letzten 270 Minuten – die Gegner wechselten häufiger auf seine Seite, weil sie ihn nicht fürchten mussten.
Die medizinische Abteilung arbeitet mit einer Stufentabelle: Individuell – Gruppen – Teambelastung – Volltraining. Pavlovic hat Stufe eins absolviert, Musiala und Davies ebenfalls. Nächste Woche, wenn die Länderspielrentner zurückkehren, entscheidet sich, wer ins Mittelfeld-Gehäuse darf. Kompany muss rotieren: Drei Partien in neun Tagen warten nach Madrid – Bundesliga, Pokal, Königsklasse.
Die Uhr läuft. Am 8. April empfangen die Münchner Real, ohne Pavlovic verliert die Doppelsechs ihre Balance. Mit ihm gewinnt sie an Ballsicherheit und an zweitem Tempo. Das weiß auch Pavlovic. Deshalb verließ er die Anlage nicht, ohne sich eine extra Einheit mit Fitnesstrainer Simon Michelbrink zu genehmigen. „Ich will gegen Madrid dabei“, soll er gesagt haben – kein Wunsch, sondern eine Drohung an die Konkurrenz.
Die Verletztenliste schrumpft, der Kader bläht sich. Kompany kann wieder mit dem Luxus planen, den er in den vergangenen Wochen vermisste: einer Bank, die Qualität birgt, statt nur Namen. Pavlovic’ Hüfte ist der erste Schritt. Wenn Musiala und Davies folgen, ist das Viertelfinale kein Endspiel mehr, sondern eine Aussicht.
