Paukenschlag im kimberley: schwimmer bezwingt ord-fluss – mit krokodilen!
Ein schottischer Ultradistanzen-Schwimmer hat eine neue Dimension des Extremen erreicht: Andy Donaldson ist als erster Mensch die 55 Kilometer lange Strecke vom Lake Argyle nach Kununurra im australischen Kimberley durchschwommen. Ein Unterfangen, das nicht nur Ausdauer, sondern auch Nerven aus Stahl erforderte – denn der Fluss Ord ist Heimat von schätzungsweise 5.500 Salzwasserkrokodilen.

Die begegnung am start: ein krokodil wartet
Kaum zu glauben, aber wahr: Bereits beim Betreten des Wassers wurde Donaldson von einem stattlichen Krokodil von etwa 2,5 Metern Länge am Ufer begrüßt. „Offenes Wasser schwimmen macht mir immer ein wenig Anspannung. Man weiß ja nie, was einem begegnen könnte“, so Donaldson nach seinem 11 Stunden und 51 Minuten dauernden Triumph. Er räumte ein, dass diese Begegnung ihn kurz innehalten ließ, betonte aber, dass die eigentliche Strecke erstaunlich konventionell verlief – ohne weitere unerwartete Tierbegegnungen.
Donaldsons Leistung sprengt nicht nur die bisherigen Rekorde: Simone Blaser, die erste Person, die diese Strecke schwamm, benötigte 16 Stunden und 13 Minuten. Donaldson hat ihre Zeit damit pulverisiert – und das bei einer potentiellen Gefahr, die man sich kaum vorstellen kann. Der Brite demonstrierte dabei eine bemerkenswerte Gelassenheit und strategische Vorgehensweise: „Wir setzen uns nicht unnötig in Gefahr. Bei Anzeichen von Bedrohung brechen wir ab. Unser Ziel ist es, positive Botschaften zu vermitteln, nicht Angst zu schüren.“
Der Schotte, der mittlerweile in Perth lebt, zählt zu den besten Ultradistanzen-Schwimmern der Welt. Erntete im vergangenen Jahr bereits internationale Anerkennung, als er als erster Mensch die Oceans Seven innerhalb eines Jahres absolvierte – eine Serie von anspruchsvollen Schwimmstrecken, die die Ozeane verbinden. Dabei sicherte er sich gleich drei Weltrekorde: die kürzeste Zeit für die Oceans Seven (355 Tage), die höchste Schwimmzeit (63 Stunden und 2 Minuten) und den schnellsten Durchschwomm des Cook Strait (4 Stunden und 33 Minuten).
Dieses Mal trieb ihn eine ganz persönliche Motivation an: die Sensibilisierung für psychische Gesundheit. Nach seinem Triumph auf Manhattan, wo er einen neuen Weltrekord im Schwimmen um die Insel aufstellte (45,9 km in 5 Stunden, 41 Minuten und 48 Sekunden), erklärte er: „Ich hatte das Privileg, an unglaublichen Orten auf der ganzen Welt zu schwimmen, aber dies war das bisherige Highlight meines Lebens. Es ist der schönste Ort zum Schwimmen, den ich kenne – einfach atemberaubend.“
Donaldson hat mit seiner Leistung nicht nur einen neuen Rekord gebrochen, sondern auch bewiesen, dass mentale Stärke und Entschlossenheit selbst die größten Herausforderungen meistern können – selbst wenn man dabei von Tausenden von Krokodilen umgeben ist. Ein Triumph des menschlichen Geistes und eine Mahnung, die eigenen Grenzen immer wieder neu zu definieren.
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