Patrick ittrich hängt die pfeife an den nagel: bundesliga verliert ihren quirligsten schiedsrichter

90 Spiele, zwölf Jahre, ein Markenzeichen: Patrick Ittrich beendet seine Laufbahn als Bundesliga-Schiedsrichter. Mit ihm verschwindet nicht nur ein weiteres bekanntes Gesicht, sondern auch der wohl kommunikativste Unparteiische der Liga – und das ist für den Fußball ein Verlust.

Die Entscheidung fiel ihm schwer, das lässt er keinen Zweifel. „Das ist die schwierigste Entscheidung, die ich je im Fußball getroffen habe“, sagt Ittrich in einem Statement auf der DFB-Website. Doch er spüre, dass der Zeitpunkt jetzt stimme. „Ich bin fit und gesund – genau deshalb ist jetzt ein guter Zeitpunkt aufzuhören.“

Ittrich war mehr als nur ein schiedsrichter

In der Szene war Ittrich längst keine Unbekannte mehr. Mit seiner offenen Art, seinem schnellen Wort und der Fähigkeit, selbst hitzige Situationen mit Humor zu entschärfen, wurde er zur Identifikationsfigur. Knut Kircher, Geschäftsführer Sport und Kommunikation der DFB Schiri GmbH, beschreibt ihn als „Gesicht der Bundesliga“ – und das ist keine bloße Floskel. Ittrich verkörperte den Schiedsrichter, der nicht nur pfeift, sondern auch erklärt, der mitspielt, aber nicht mitmacht.

Mit seinem Rücktritt tritt er in die Reihe von Deniz Aytekin, Tobias Welz und Frank Willenborg ein – alle haben bereits angekündigt, nach dieser Saison aufzuhören. Vier erfahrene Unparteiische, die gemeinsam über 300 Bundesliga-Spiele geleitet haben, verschwinden innerhalb weniger Monate. Das ist kein routinierter Generationswechsel, das ist ein Einschnitt.

Die bundesliga verliert ihre stimme auf dem platz

Die bundesliga verliert ihre stimme auf dem platz

Ittrich war kein Schiedsrichter, der sich in die Kabine flüchtete. Er sprach mit Spielern, erklärte Entscheidungen, manchmal sogar mit einem Schmunzeln. Das wird fehlen. Die Liga verliert mit ihm nicht nur Erfahrung, sondern auch eine Art Menschlichkeit im Spiel, die selten geworden ist. Wer jetzt denkt, das sei ein kleines Detail, unterschätzt, wie sehr der Fußball von Persönlichkeiten lebt – auch auf dem Platz.

Die nächste Saison wird anders klingen. Weniger direkt, weniger locker, vielleicht auch weniger verständlich. Und das ist kein Schicksal, das man einfach abhakt. Es ist ein Verlust – für die Liga, für die Fans, für den Sport.