Patri guijarro zündet den clásico: „madrid bleibt uns nur aggression“
Patri Guijarro lässt keine Zeit für Hofknicks. „Wenn wir am Sonntag 13 Punkte Vorsprung holen, ist die Liga gelaufen“, sagt die Barça-Sechserin knapp 48 Stunden vor dem Doppelpack gegen Real Madrid. Die Aussage trifft mitten ins Kontor der Königlichen – und genau das ist ihr Plan.
Die zahlen, die madrid frieren lassen
4:0-Torsaldo aus dem Hinspiel, 70 % Ballbesitz, 23:3 Torschüsse. Die Statistik liest sich wie ein Gutachten gegen das Weiße Ballett. Guijarro aber warnt: „Die haben nichts mehr zu verlieren. Aggression ist ihre letzte Waffe.“ Linda Caicedo und Caroline Weir? „Weltklasse, aber wir kennen ihre Laufbahnen auswendig.“
Die 25-Jährige spricht mit der Ruhe einer Spielerin, die seit zehn Jahren das Mittelfeld des FC Barcelona dominiert. 2014 kam sie als Teenie aus Mallorca, heute schickt sie Kolleginnen in die Tiefe, als würde sie Schach auf Rasen spielen. Gegen Madrid war sie an zwei Treffern direkt beteiligt, initiierte das 0:3 nach 34 Minuten mit einem halbhohen Steilpass, der Aitana Bonmatí auf die Reise schickte.

Camp nou: 40.000 tickets weg, die mauer noch nicht gebaut
Am Donnerstag steigt Rückspiel in der Champions League, das Camp Nou wird erstmals seit 1.186 Tagen wieder ein Frauen-Clásico beherbergen. „Ich kriege noch Gänsehaut, wenn ich an den 27. April 2021 denke“, sagt Guijarro. Damals standen 91.648 Zuschauer im Haus, ein Weltrekord. Jetzt sind bereits 40.000 Karten weg – Tendenz steil nach oben. „Wir wollen die Kurve vor dem Anpfiff schon zum Beben bringen“, fordert sie die Barça-Fans auf.
Die eigene Jugend liefert das Soundtrack dazu. Clara Serrajordi (19) spielte gegen Madrid 78 Minuten am Sechser, wechselte nahtlos zwischen Position 6 und 8. Guijarro lacht: „Relevo? Die Kickt mich bald raus.“ Dabei ist sie selbst erst 25. „Wir hatten mit 18 Jahren nicht ihre Reife. Sie spielt schon wie eine Veteranin.“

Die lektion hinter dem 6:2
Guijarro analysiert das Hinspiel wie eine Wissenschaftlerin. „Das 2:6 war kein Zufall, sondern Laborarbeit. Wir ließen kein zweites Ballverlust-Muster zu, pressten in Dreier-Ketten und schalteten binnen 4,3 Sekunden um.“ Die zwei Gegentore? „Akzeptabel, weil wir danach sofort die Antwort parat hatten.“
Real Madrid wird mit Sicherheit höher stellen, umso wichtiger sei die mentale Klarheit. „Wenn sie früher attackieren, öffnen sich Räume für Alexia und Aitana. Wenn sie tief stehen, schiebe ich nach vorne und suche Lüften zwischen den Linien.“ So klingt eine Mittelfeld-Generalin, die nicht nur Ball, sondern auch Gegner liest.
Die Meisterschaft ist laut Guijarro „nur noch Formsache“, die Champions League dagegen der eigentliche Sehnsuchtsort. „Wir haben 2021 und 2023 gewonnen, 2022 verloren. Der Kreis schließt sich 2024 – vor eigenem Publikum.“
Am Ende bleibt ein Satz, der wie ein Kommando klingt: „Madrid kann aggressiv kommen, wir sind bereit, sie mit ihrer eigenen Waffe zu schlagen: dem Ball.“
