Paris schlägt zurück: saisonsieg in lillehammer verhindert blamage

0,19 Sekunden. So knapp riss Dominik Paris in Lillehammer den vorzeitigen Saisonknick. Der Südtiroler nagelte die letzte Abfahrt des Winters hin und vermied damit, erstmals seit zwölf Jahren ohne Weltcupsieg dazustehen.

Der 36-jährige, der in den vergangenen monaten nur noch als olympiabronzemedaillen-experte zitiert wurde, lehnte sich beim zieleinlauf demonstrativ zurück – als wollte er der saison selbst die spucke wegnehmen.

Der 36-jährige, der in den vergangenen monaten nur noch als olympiabronzemedaillen-experte zitiert wurde, lehnte sich beim zieleinlauf demonstrativ zurück – als wollte er der saison selbst die spucke wegnehmen.

Franjo von Allmen, der Schweizer Olympiasieger, musste trotz perfekter Linie im Zielraum die Schultern zucken. Vincent Kriechmayr (+0,60) wurde wie so oft Dritter, diesmal ohne den üblichen Schulterblick auf den Gesamtweltcup, denn den hatte Marco Odermatt längst eingepackt. Der Berner verlor in Lillehammer zwar sieben Plätze und landete nur auf Rang sieben, doch die großen Kugeln hatte er schon im Koffer – fünfter Gesamtsieg in Folge, ein Rekord, der selbst die alten Häscher in der FIS-Zentrale verstummen lässt.

Paris’ 25. Weltcupperlebnis kommt zur rechten Zeit. Sein Vertrag läuft aus, die Skisaison neigt sich dem Ende entgegen und die Sponsoren gucken genau hin. „Ich wollte beweisen, dass mein Name noch auf der Anzeigetafel stehen kann“, sagte er mit rauer Stimme, während die Norweger um ihn herum schon die Slalomstangen für Mittwoch aufstellten.

Am Sonntag folgt noch ein Super-G, danach der Riesenslalom am Dienstag. Odermatt kann die Sammlung komplettieren – vier kleine Kugeln plus die große. Doch selbst wenn er alle fünf in die Vitrine stellt, wird diese Saison auch als die gelten, in der Paris bewies: Ein alter Hase kann noch zubeißen. 25 Siege, ein Leben, eine Antwort auf alle, die schon den Abschied eingeplant hatten.