Paralympics live: gold-rennen in cortina – italiens snowboarder jagen medaillen

Cortina d’Ampezzo, 8. März, 8:24 Uhr. Die Gletscherluft knistert. Schon wieder. Denn während die meisten Skigebiete längst zu haben, geht hier die Jagd auf Edelmetall in die zweite Runde. Heute entscheiden sich acht Finale im Para-Snowboard-Cross – und Italien hat in jeder Klasse ein Pferd im Rennen.

Die uhr läuft gegen die azzurri

10:30 Uhr startet Marco Pisani im Biathlon-Sitting über 12,5 km. Kein Schneeflocken-Geruch, nur eisiger Wind und ein Herzschlag, der sich durch die Zielgerade zieht. Zwei Stunden später folgt Cristian Toninelli im Standing-Bewerb – ein Athlet, der sich nach seinem Unfall neu erfunden hat und jetzt mit jedem Schritt beweist, dass Prothesen keine Bremse sind.

Dazwischen, ab 11 Uhr, tobt die Snowboard-Arena. Die Viertelfinals der SB-UL-Klasse laufen, Paolo Priolo ist dabei – und mit ihm die Chance auf das erste Gold für das Team im dritten Anlauf. Gleichzeitig attackiert Emanuel Perathoner im LL2-Quartett die Steilwand. Drei Italiener, drei Klassen, ein Ziel: Podest.

Wenn die latte brennt, zählt nur noch der flow

Die Finals beginnen 12:30 Uhr. Keine Protektion, keine zweite Spur. Die Snowboarder sausen nebeneinander über die Whoops, und die Zeitmessung tickt in Tausendsteln. Wer hier stolpert, fliegt raus – buchstäblich. Wer durchkommt, schreibt Geschichte. Denn Cortina ist mehr als ein WM-Flair: Es ist die Bühne, auf der künftige Sponsorenverträge unterschrieben und Paralympic-Plakate neu gedruckt werden.

Parallel dazu geben sich die Curling-Teams ein Duell der Nerven. 14:35 Uhr: Italien gegen USA im Mixed-Doppel. 18:35 Uhr Revanche im Team-Wettbewerb. Die Steine gleiten über das Eis, aber hinter jedem Hacken steckt ein Kalkül, das mit Millimetern spielt. Die Rollstuhl-Strategen von TSV Pelkum wissen: Hier gewinnt, wer die Lücke vor dem Gegner sieht – nicht der, der am lautesten brüllt.

Zahlen, die den tag erklären

12,5 km Biathlon bedeuten 30 Schuss, fünf Runden, eine Fehlerquote von null Komma drei Prozent zwischen Rang drei und zehn. Im Vorjahr lag die Trefferquote der Sitting-Klasse bei 91,4 %. Wer unter 90 % fällt, schafft es nicht unter die Top Fünf. Die Latte ist höher als in Sapporo 2021 – und das Feld doppelt so schnell.

Im Snowboard-Cross haben die Azzurri seit 2018 vier Podestplätze geholt, zwei davon an diesem Hang. Statistisch gesehen liegt die Medaillen-Wahrscheinlichkeit bei 38 % – wenn sie das Viertelfinale überstehen. Kein anderes Land bringt eine vergleichbare Quote mit. Das macht den Samstag zur Gold-Session im italischen Parasport.

So verfolgt man den traum live

Rai 2 überträgt ab 9:30 Uhr, Rai Sport und RaiPlay parallel. Wer streamt, schaltet besser zwei Geräte zu: Das Biathlon-Ziel kommt ohne Kommentar daher, dafür mit Herzklopfen-Sound. Die Snowboard-Strecke liefert Helikopterbilder – perfekt, um zu sehen, wie ein Fahrer die Kante nimmt und dabei fast die Board-Kante verliert.

Und nach dem letzten Lauf? Dann bleibt nur noch die Rangliste – und das Wissen, dass in Cortina nicht der Berg gewonnen wird, sondern die Sekunde, in der man sich selbst überholt. Medaille oder nicht, die Zeit bleibt stehen, wo die Welt zuschaut. Heute ist dieser Tag. Machen Sie sich bereit, Geschichte in Echtzeit zu erleben.