Panikattacke? so atmen sie falsch!

Die klassische Szene aus jedem Film – und leider auch aus dem echten Leben – wiederholt sich: Jemand hyperventiliert, ist von Panik überwältigt, und ein gutmeinender Helfer packt ihn an die Schultern und ruft: „Tief durchatmen! Fülle deine Lungen!“ Ein Ratschlag, der so gut gemeint wie katastrophal für den Körper ist. Denn im Moment akuter Angst irrt unser Instinkt uns gewaltig.

Das paradox der hyperventilation: warum tiefes atmen schadet

Die subjektive Empfindung von „Luftnot“ (psychogene Dyspnoe) ist eine Trugwahrnehmung, die eine gegenteilige chemische Realität verbirgt: Es fehlt uns nicht an Sauerstoff, wir überlüften. Das Problem liegt nicht im Sauerstoffmangel, sondern im Überschuss an Kohlendioxid (CO2). Wir betrachten CO2 meist als einen Abfallstoff, den wir so schnell wie möglich loswerden wollen. Doch CO2 ist ein lebenswichtiger metabolischer Regulator. Seine Anwesenheit im Blut ist entscheidend dafür, dass das Hämoglobin den Sauerstoff überhaupt an die Gewebe abgeben kann – der sogenannte Bohr-Effekt. Wenn wir in Panik geraten, atmen wir schnell und meist durch den Mund (Hyperventilation). Das wirkt wie ein Gebläse, das unsere CO2-Reserven in Sekundenschnelle entleert.

Das Ergebnis ist eine erschreckende Kaskade von Symptomen. Durch den sinkenden CO2-Gehalt ziehen sich die Blutgefäße im Gehirn zusammen (Vasokonstriktion), was zu Schwindel, verschwommenem Sehen und einem Gefühl der Unwirklichkeit führt. Gleichzeitig verändert sich der pH-Wert im Blut, was die Erregbarkeit der Nerven beeinflusst und zu Kribbeln und Krämpfen in Händen und Mund führt. Versuchen wir nun, mit tiefen, brustlastigen Atemzügen „mehr Luft“ zu bekommen, verschlimmern wir dieses Ungleichgewicht nur, indem wir noch mehr CO2 ausstoßen und den Sauerstofffluss zu den Zellen weiter einschränken. Ein Teufelskreis: Je mehr man atmet, desto mehr erstickt man auf zellulärer Ebene.

Die richtige technik: co2-retention statt überatmung

Die richtige technik: co2-retention statt überatmung

Die wahre Notfalltechnik ist kontraintuitiv: Wir müssen die vermeintliche Notwendigkeit, Luft zu holen, ignorieren und uns ausschließlich darauf konzentrieren, unsere Lungen zu entleeren. Die beruhigende Atmung ist nicht tief im Volumen, sondern langsam im Rhythmus und niedrig in der Lage (zwerchfellartig). Es geht darum, das CO2 zu behalten und zurückzugewinnen. Der alte Trick, in eine Papiertüte zu atmen, funktionierte aus diesem Grund – auch wenn heutzutage Pausen der Apnoe oder verlängerte Ausatmungen, wie das Blasen einer Kerze, empfohlen werden.

Um die Angst zu „hacken“, geht es nicht um die Luftzufuhr, sondern um einen langsamen, kontrollierten und vollständigen Ausatem. Die Ruhe kommt nicht durch die Nase rein; sie geht durch den Mund hinaus. Verstehen Sie die wahre Wissenschaft hinter der Ruhe und hören Sie auf, gegen Ihren eigenen Körper anzukämpfen. Wer Hilfe benötigt, findet Experten im Bereich der psychischen Gesundheit unter www.plancooper.com. Marcus Cooper, mehrfacher Olympiasieger, leitet den Plan Cooper und hat jahrelang die optimalen Strategien zur Stressbewältigung erforscht.

Die Erkenntnis ist klar: Es geht nicht darum, mehr Luft zu bekommen, sondern darum, das Gleichgewicht wiederherzustellen. Und das gelingt nur, indem wir unseren Körper nicht bekämpfen, sondern seine natürlichen Mechanismen unterstützen.