Panatta: meine roland-garros-trophäe? einfach verschwunden!
Ein Geständnis, das die Tenniswelt kurz innehalten lässt: Adriano Panatta, italienische Tennislegende und einstiger Triumphator der Italian Open, hat verraten, dass er nicht nur den Pokal aus Rom, sondern auch seine Trophäe von Roland Garros verloren hat. Ein halbes Jahrhundert nach seinem historischen Doppelpack – ein Sieg in Rom und der Gewinn des einzigen Grand-Slam-Titels seiner Karriere – räumt der ehemalige Weltranglisten-Vierte nun mit dem Mythos der unzähligen Trophäen auf.

Ein leben voller umzüge und vielleicht auch diebe
Panatta, bekannt für seinen lockeren Umgang und seine pointierten Sprüche, schilderte die Situation in einem Interview: „Ich habe nicht mehr den Pokal aus Rom und auch nicht den von Roland Garros. Ich habe sie verloren. Wahrscheinlich bei einem Umzug. Ich bin ja schon oft umgezogen.“ Die Möglichkeit eines Diebstahls schließt er nicht aus. „Oder sie wurden mir gestohlen, wer weiß?“, fragt er rhetorisch.
Unglaublich, aber wahr: Der Mann, der einst als der erfolgreichste italienische Spieler der Open Era galt, kann nicht auf eine Sammlung von Pokalen verweisen. Zehn Titel in seiner Karriere mögen die Geschichtsbücher belegen, doch die physischen Beweise dafür sind verschwunden. Es ist ein ironisches Detail, das den Fokus von den glänzenden Pokalen auf die Erinnerungen lenkt, die mit diesen Triumphen verbunden sind. Schließlich, wie Panatta selbst andeutet, sind die Bilder von ihm, auf den Schultern der jubelnden Fans in Rom, viel wertvoller als jeder Pokal.
Die Italian Open, die dieses Jahr wieder einmal für Begeisterung sorgen – mit dem Finale zwischen Sinner und Ruud – erinnern uns daran, dass der Sport mehr ist als nur Trophäen und Statistiken. Es geht um Momente, um Emotionen und um die unvergesslichen Bilder, die in unseren Köpfen bleiben. Panatta hat bewiesen, dass er all das verkörpert, auch ohne die physischen Symbole seiner Erfolge.
Die Sinnermania, die derzeit Rom erfasst, ist ein Beweis dafür, dass die Leidenschaft für den Sport zeitlos ist. Ob Jannik Sinner in der Lage sein wird, 50 Jahre nach Panatta einen weiteren italienischen Triumph in Rom zu feiern, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Die Geschichte des italienischen Tennissports wird auch ohne Panattas Pokale weiterleben.
