Oyarzabal jagt die krone: spaniens sturmjäger als neuer schillaci?

Die Nächte in Kansas City duften nach Torfeuer. 34 Jahre nach Schillacis Irrfahrt durch Italien glaubt Tony Cascarino, den neuen König der Treffer gefunden zu haben: Mikel Oyarzabal.

Vom tormann zum torschützenkönig

Der Ire, damals selbst Angreifer der „Boys in Green“, erinnert sich wie gestern: „Ich ging als bester irischer Quali-Torschütze nach Italien, Vialli sollte der Held werden – am Ende jubelte Schillaci.“ Die Parallele? Oyarzabal traf bereits zweimal gegen Saudi-Arabien, insgesamt zehn Mal in den letzten neun Länderspielen. Cascarino: „Er ist schnell, wendig, er trifft mit links, rechts, dem Kopf – er hat die gleiche Killer-Intuition.“

Lamine Yamal und Nico Williams liefern die Vorlagen, Oyarzabal liefert die Endstation. Ein Dreieck, das defensiv zerbersten lässt und offensiv zündet. Dabei geht es nicht nur um persönliche Ehrgeiz. Spanien braucht diesen Lauf, um erstmals seit 2010 wieder eine WM ernsthaft angreifen zu können.

Die achterbahn der torschützenkönige

Die achterbahn der torschützenkönige

Cascarino wagt einen Blick auf die Trophäe: „Wer auch immer gewinnt, wird mindestens acht Tore brauchen – so wie Mbappé 2022.“ Frankreichs Superstar und Harry Kane gelten natürlich als Favoriten, aber der Kommentator setzt auf den Mann aus San Sebastián: „Er hat das Selbstvertrauen, das mir 1990 fehlte. Ich saß nur auf der Bank und sah zu, wie Schillaci Geschichte schrieb. Oyarzabal wird sie selbst schreiben.“

Die Rechnung ist simpel: Je weiter Spanien kommt, desto mehr Spielminuten erhält der 27-Jährige. Und je mehr Minuten, desto größer die Chance auf die goldene Stiefel-Auszeichnung. Die Vorrunde war erst der Anfang. In der K. o.-Phase wird die Jagd erst richtig wild.